Schleifen von Holzoberflächen Teil 2: Schleifen mit der Maschine

Im ersten Teil meines Schleifartikels habe ich vor allem beschrieben, wie Sie Bearbeitungsspuren am Holz beseitigen können. Außerdem habe ich ein paar grundlegende Tipps zum Schleifpapier und zum Schleifen gegeben.

Nun geht es weiter mit dem Schleifen an sich. Grundsätzlich hat man zwei Möglichkeiten, das Schleifpapier auf der Holzoberfläche zu bewegen: Mit der Hand oder mit der Maschine.

Dieser Teil befasst sich mit dem Schleifen von Holzoberflächen mit der Schleifmaschine:

Schleifen mit der Maschine

Bei Exzenterschleifern und Schwingschleifern setzt ein Motor den Schleifteller in eine kreisförmige Bewegung. Dieser Schwingkreis hat einen Durchmesser von  2 bis 7 Millimetern. Bewegt man ein Schleifkorn im Kreis, führt das zwangsläufig dazu, auch quer zur Faser zu schleifen. So können sichtbare „Schleifkringel“ im Holz zurückbleiben. Dies gilt bis zu einer Körnung von 180. Darum sollte man grundsätzlich bis Körnung 220 schleifen. Schleifkringel, die bei Körnung 220 und feiner entstehen, sind mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar.

Beim Exzenterschleifer kommt zu der kleinen Drehbewegung (Schwingkreis) eine große Drehbewegung hinzu: Der ganze Schleifteller dreht sich. Exzenterschleifer erkennt man am runden Schleifteller.

Beim Schleifen mit der Schleifmaschine braucht man keinen zusätzlichen Druck ausüben. Das Eigengewicht der Maschine reicht aus.

Ein Getriebeexzenterschleifer sorgt für schnellen Abtrag.
Ein Exzenterschleifer eignet sich gut für feine Arbeiten wie das Schleifen furnierter Flächen.
Mit einem kleinen Schwingschleifer lassen sich auch schmale Werkstücke wie Rahmenhölzer gut schleifen. Schwingschleifer werden auch mit einer größeren Schleifplatte angeboten. Diese größeren Modelle eignen sich besonders zum Schleifen größerer Flächen.

Schleifmaschinen gut absaugen

Um sich vor Schleifstäuben zu schützen, sollte man gut absaugen. Manche Holzstäube stehen sogar im Verdacht krebserregend zu sein. Zudem zieht eine gute Absaugung den Schleifstaub von der zu schleifenden Fläche. So setzt das Schleifpapier langsamer zu, und es kommt zu einer geringeren Wärmeentwicklung. Wenig Druck und gute Staubabsaugung führen zu einer längeren Haltbarkeit der Schleifscheibe.

Viele Absauglöcher in Schleifteller und Schleifpapier sorgen dafür, dass an jeder Stelle gut abgesaugt wird.
Diese Schleifscheibe haftet am Schleifteller mit Stickfix.
Schließen Sie die Schleifmaschine an einen Staubsauger an.
Schleifarbeitsplatz im Kurs „Holzoberflächen/Oberflächentechnik bei Holzwerkstoffen“ in der KursWerkstatt Nürnberg.

Gut festspannen

Wenn Sie das Werkstück gut festspannen, ermüden Ihre Arme nicht so schnell. So haben Sie auch beide Hände frei, um die Maschine gleichmäßig über die Fläche zu führen.

Mit Hilfe der Spannelemente lassen sich Werkstücke horizontal auf der Lochplatte befestigen.
Beim Einsatz der Spannelemente sichert man diese unterhalb der Lochplatte mit einer Verschraubung. So stellt man sicher, dass der Pressdruck nur horizontal wirkt.

Schleifen eines Fachbodens

Man bewegt die Schleifmaschine in regelmäßigen Bahnen auf der Fläche hin und her. Dabei versucht man möglichst an jeder Stelle den gleichen Abtrag zu erzielen. Besonders an den Ecken und an den Kanten sollte man vorsichtig schleifen. Hier schleift man schnell einmal zu viel weg. Ist die Fläche der Platte erst einmal rundgeschliffen ist das nur schwer wieder zu korrigieren. Mit einer geraden Leiste sollte man die Fläche in regelmäßigen Abständen kontrollieren. So stellt man fest, ob man Dellen hineingeschliffen hat. Auch rundgeschliffene Ecken und Kanten werden so früher sichtbar und man kann gegensteuern.

Um die Spannelemente beim Schleifen nicht zu verkratzen, legen Sie am besten eine Hartfaserplatte unter.
Mit einem Rotex erzielt man einen besonders hohen Abtrag.

Von Staub befreien

Vor der Oberflächenbehandlung ist es ratsam die Holzoberfläche gründlich zu entstauben. Nach dem Schleifen befindet sich auf der Holzoberfläche noch feiner Staub. Man entfernt ihn durch Abkehren, Abwischen mit einem Lappen oder Saugen. Ich bevorzuge das Absaugen des Staubs, weil ich so Staub in der Atemluft vermeide. Zum Abkehren des Schleifstaubs begibt man sich besser ins Freie.

Mit einem Malerbesen lässt sich Staub von der Fläche kehren.

Qualitativ hochwertige Maschinen

Ich empfehle, nur qualitativ hochwertige Maschinen anzuschaffen und zu benutzen. Auf welche Merkmale Sie beim Kauf von Schleifmaschinen achten können, erfahren Sie hier.

Wässern zum Abschluss

Bei besonders sichtbaren und wichtigen Oberflächen empfehle ich, die fertig geschliffene Holzoberfläche mit einem Schwamm oder einem feuchten Lappen zu wässern. Auf diese Weise werden bisher unsichtbare Leimreste und Schleifkringel sichtbar. Durch das Wässern stehen die Holzfasern auf. Diese schleift man mit einem 220er Papier und geringem Druck weg.

Bei weniger sichtbaren oder weniger wichtigen Oberflächen reicht eine gründliche Sichtkontrolle nach dem Schleifen aus.

Fertig

Nun ist die Fläche für die weitere Oberflächenbehandlung vorbereitet.

Weitere Artikel:

Fachliteratur

Wer sich mit dem Thema „Oberflächen behandeln“ eingehender beschäftigen will, dem empfehle ich das Buch „Oberflächen behandeln“ von Melanie Kirchlechner:

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