Schleifen von Holzoberflächen Teil 3: Schleifen mit der Hand

Bevor Sie mit dem Schleifen beginnen, beseitigen Sie erst einmal alle Bearbeitungsspuren am Holz. Wie das geht, lesen Sie im ersten Teil meines Schleifartikels. Dort finden Sie zudem Informationen zur unterschiedlichen Schleifkörnung.

Nun spannen Sie das Werkstück fest ein. So haben Sie beide Hände frei, um den Schleifklotz zu führen. Ideal ist eine stabile Hobelbank. Sie steht fest, und das Untergestell federt nicht nach. So konzentriert man seine Kraft völlig auf die Schleifbewegung.

Mehr zum Thema „Merkmale einer guten Hobelbank“ finden Sie hier.

Man spannt das Werkstück auf der Hobelbank fest zwischen die Bankhaken.
Um die Kante zu schützen, legt man Beilegeklötzchen zwischen die Bankhaken und das Werkstück.
Eine weiche Unterlage schützt das Werkstück vor dem Verkratzen und vor Verschmutzung.

Hochwertiges Schleifpapier

Verwenden Sie nur hochwertiges Schleifpapier. Die Schleifkörner sollten fest am Papier haften und lange scharf bleiben. Schleifpapier von guter Qualität findet man im Malerfachhandel.

Hochwertiges Handschleifpapier ist beispielsweise als 50 Meter Rolle erhältlich.

Die richtige Schleifrichtung

Die Schleifbewegung sollte immer parallel zur Holzfaser laufen. Schleift man quer zur Faserrichtung des Holzes, verursacht man tiefe Kratzer, welche mühsam wieder herausgeschliffen werden müssen.

Die richtige Schleifrichtung verläuft parallel zur Holzfaser.

Schleifpapier abreißen und mit Hilfe eines Schleifklotzes nutzen

Das Schleifpapier reißt man an der geraden Kante eines Bretts ab, um eine gerade Abrisskante zu erzielen.
Man reißt das Schleifpapier quadratisch ab.
Es kommt ein Korkschleifklotz zum Einsatz.
Man knickt das Schleifpapier und klappt es an den Seiten des Schleifklotzes hoch. Während des Schleifens drückt man das Schleifpapier mit den Fingern an den Klotz. Man führt den Schleifklotz mit beiden Händen.

Das Schleifpapier optimal ausnutzen

Um das Schleifpapier auf der ganzen Fläche auszunutzen, dreht man es dreimal.

Nach dem ersten Einsatz hat man das Schleifpapier knapp zur Hälfte genutzt.
Man dreht das Schleifpapier um 90°.
Man dreht das Schleifpapier um 45°.
Erst jetzt hat man das Schleifpapier vollflächig genutzt.

Kanten brechen

Die Kanten sollten Sie mit einem 120er Papier brechen, und mit einem 220er Papier fein schleifen. Bricht man die Kanten nicht, stoßen sich die Ecken ab. Das führt dazu, dass der Anstrich direkt an der Kante zerstört wird, und hässliche Stellen entstehen.

Der Radius der Kante sollte 1,5 bis 2,5 mm betragen.

Staub entfernen

Nach dem Schleifen befindet sich auf der Holzoberfläche noch feiner Staub. Entstauben Sie daher vor der Oberflächenbehandlung die Holzoberfläche gründlich. Man entfernt ihn durch Absaugen, Abkehren oder Abwischen mit einem Lappen. Ich bevorzuge das Absaugen des Staubs, weil ich so Staub in der Atemluft vermeide. Zum Abkehren des Schleifstaubs begibt man sich besser ins Freie.

Wässern

Bei besonders sichtbaren oder wichtigen Oberflächen empfehle ich, die fertig geschliffene Holzoberfläche mit einem Schwamm oder einem feuchten Lappen zu wässern. Auf diese Weise werden bisher unsichtbare Leimreste und Schleifkringel sichtbar. Durch das Wässern stehen die Holzfasern auf. Diese schleift man mit einem 220er Papier und geringem Druck weg.

Bei weniger sichtbaren oder weniger wichtigen Oberflächen reicht eine gründliche Sichtkontrolle nach dem Schleifen aus.

Fertig

Nun ist die Fläche für die weitere Oberflächenbehandlung vorbereitet.

Weitere Artikel:

Fachliteratur:

Zur Vertiefung des Themas empfehle ich das Buch „Oberflächen behandeln“ von Melanie Kirchlechner:

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