Was ist ein Exzenterschleifer?

Will man sich eine Schleifmaschine anschaffen, hat man die Auswahl zwischen den unterschiedlichsten Schleifmaschinen. Sie stellen sich vielleicht die Frage: „Soll ich mir einen Schwingschleifer anschaffen oder einen Exzenterschleifer, oder doch lieber einen Getriebeexzenterschleifer?“ Diese Frage ist leichter zu beantworten, wenn man weiß, worin die Unterschiede liegen. In diesem Artikel kläre ich die Frage: Was ist ein Exzenterschleifer?

In weiteren Artikeln erfahren Sie etwas über die anderen Schleifmaschinen:
Wenn Sie mehr über Schwingschleifer erfahren wollen, klicken Sie hier.
Der Artikel über Getriebeexzenterschleifer wird in etwa einer Woche online gehen.

Die Funktionselemente eines Exzenterschleifers

Der Schleifteller des Exzenterschleifers

Der Exzenterschleifer ist eine Schleifmaschine mit einem runden Schleifteller. Dieser wird beim Einschalten zum Schwingen gebracht. „Schwingen“ bedeutet in diesem Fall, dass der Schleifteller eine kleine Kreisbewegung beschreibt. Diese Kreisbewegung bezeichnet man als Schleifhub. Zusätzlich bringt der Motor den Schleifteller zum Rotieren. Das bedeutet, dass sich der Schleifteller auch um seine eigene Achse dreht.

Der Bleistiftstrich auf der Schleifscheibe zeigt die große und die kleine Kreisbewegung des Schleiftellers. Der rote Pfeil zeigt die Drehrichtung des Schleiftellers.

Der Abtrag, und damit der Arbeitsfortschritt sind beim Exzenterschleifer dadurch wesentlich größer als beim Schwingschleifer. Dafür ist der Schwingschleifer dem Exzenterschleifer in Ecken und Randbereichen überlegen. Schwingschleifer mit kleinen Schleifschuhen sind besser für das Schleifen schmaler Kanten geeignet als Exzenterschleifer.

Schleifhub (Kreisbewegung)

Manche Exzenterschleifer werden mit 5 mm Schleifhub bzw. 5 mm Schwingkreisdurchmesser angeboten. Sie sind speziell für den Lackzwischenschliff konstruiert. Aber auch Massivholz kann man damit schleifen. Mit solchen Maschinen erzielt man einen höheren Materialabtrag als mit baugleichen Modellen, die nur 3 mm Schleifhub haben. Allerdings läuft die Maschine unruhiger, je größer der Schleifhub ist. Randnahes Schleifen und das Schleifen von schmalen Flächen wird dadurch schwieriger.

Oben auf der Exzenterschleifmaschine befindet sich eine Zahl. Diese gibt den Schwingkreisdurchmesser an.

Exzenterschleifer mit Freilaufrotation

Bei dieser Art Exzenterschleifer gibt es keine konstante Drehzahl beim Schleifteller. Hebt man die Maschine von der Fläche ab, dreht der Schleifteller unkontrolliert hoch. Setzt man die Maschine dagegen wieder auf die Fläche, bremst dies den Schleifteller wieder runter.

Übt man beim Schleifen Druck aus, sinkt die Drehzahl dieser Maschinen weiter. Mit solchen Maschinen lassen sich keine gleichmäßigen Schleifergebnisse erzielen.

Exzenterschleifer mit Tellerbremse

Bei hochwertigen Exzenterschleifern bauen die Hersteller eine Tellerbremse ein. Diese begrenzt die Leerlaufdrehzahl des Tellers. Die Drehzahl bleibt konstant. Solche Maschinen sind den Exzenterschleifmaschinen mit Freilaufrotation deutlich vorzuziehen. Ihre Stärken sind ein hoher Abtrag und eine sehr gute Schleifqualität.

Übt man jedoch zu viel Druck aus, überlastet man auch hochwertige Maschinen, weil dann auch hier die Drehzahl des Schleiftellers sinkt. Die besten Schleifergebnisse erzielt man mit wenig Druck und der zum jeweiligen Arbeitsgang passenden Schleifscheibe.

Unten an der Maschine sitzt der Schleifteller. An diesem haftet die Schleifscheibe durch Klettverschluss. Sind die Schleifkörner stumpf, wechselt man die Schleifscheibe aus.

Unterschiedliche Tellergrößen

Bei den Exzenterschleifern unterscheidet man eine eher kleinere Baugröße mit einem Schleiftellerdurchmesser von 125 mm und eine etwas größere Bauform mit einem Durchmesser von 150 mm.

Die kleinere Variante zeichnet sich aus durch ihre kompakte Bauform und das geringe Gewicht der Maschinen. Mit ihr führen Sie Arbeiten an stehenden Flächen und über Kopf durch, ohne schnell zu ermüden.

Für liegende Flächen eignen sich Maschinen mit einem Tellerdurchmesser von 150 mm. Manche dieser größeren Maschinen sind inzwischen ebenfalls leicht gebaut und somit auch an stehenden Flächen und über Kopf einsetzbar.

Härtegrade bei den Schleiftellern

Im Gegensatz zu den Schwingschleifern, die Sie nur auf ebenen Flächen gut einsetzen können, sind Exzenterschleifer auch für wellige und gewölbte Flächen geeignet. Sie benötigen dazu nur den passenden Schleifteller. Diese gibt es in unterschiedlichen Härtegraden:

Harte Schleifteller eignen sich für ebene Flächen und schmale Kanten. Mittelharte Schleifteller sind  universell einsetzbar. Das heißt sowohl leicht gewölbte als auch auf ebene  Flächen sind möglich. Weiche Schleifteller setzt man nur auf gewölbten Flächen ein.

Zubehör für Exzenterschleifer

Achten Sie vor dem Kauf einer Maschine auf das Zubehörangebot. Ist das Angebot umfangreich, haben Sie mit Ihrem Exzenterschleifer mehr Anwendungsmöglichkeiten. Gibt es für das jeweilige Modell Polierzubehör, einen Distanzpad oder Schleifteller mit unterschiedlichen Härtegraden…?

Weitere Artikel:

Fachliteratur

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Was ist ein Schwingschleifer?

Es gibt die unterschiedlichsten Schleifmaschinen: Exenterschleifmaschinen, Schwingschleifer, Getriebeexzenterschleifmaschinen… Doch welche ist wofür besonders geeignet? Worin liegen die Unterschiede? In mehreren Artikeln werde ich auf die unterschiedlichen Schleifmaschinen eingehen. Dieser Artikel befasst sich mit der Frage: Was ist ein Schwingschleifer?

Der Schwingschleifer ist eine Schleifmaschine mit einem rechteckigen Schleifschuh. Schaltet man die Maschine ein, bringt der Motor den Schleifschuh zum Schwingen. Genauer gesagt, beschreibt der Schleifschuh eine kleine Kreisbewegung, welche man als Schleifhub bezeichnet. Manche Firmen bezeichnen die Kreisbewegung auch als Arbeitshub.

Schleifhub (Kreisbewegung)

Der Durchmesser des Schleifhubs (der Kreisbewegung) liegt bei ca. 2 bis 4 mm. Je kleiner die Kreisbewegung ist, desto feiner sind die Schleifergebnisse. Umgekehrt gilt: Je größer die Kreisbewegung ist, desto gröber wird geschliffen und desto höher ist der Materialabtrag. Manche Schleifmaschinen kommen auf 12 000 bis 24 000 Schwingungen pro Minute.

Die Funktionselemente eines Schwingschleifers

Der Schleifschuh des Schwingschleifers

Beim Schwingschleifer ist der Schleifschuh rechteckig und eben, weshalb sich wellige und gewölbte Flächen nicht gleichmäßig schleifen lassen. Mit dem Schwingschleifer würde man erhabene Stellen einebnen. Und bei gewölbten furnierten Flächen liefe man Gefahr, das Deckfurnier durchzuschleifen.

Klettverschluss oder Klemmung

Es gibt zwei Varianten, wie man Schleifpapier am Schleifschuh eines Schwingschleifers befestigen kann: entweder mit Klettverschluss oder mit Klemmung. Klemmt man das Schleifpapier ein, wird es durch federnde Klammern am Schleifschuh gehalten.

Die Methode des Klemmens ermöglicht es, einfaches Rollenschleifpapier zu verwenden, welches kostengünstiger ist als das Schleifpapier mit Klettbeschichtung. Dafür ist das Wechseln des Schleifpapiers sehr umständlich. Außerdem stehen die Bereiche des Schleifpapiers, welche sich direkt unter den Klammern befinden, zum Schleifen nicht zur Verfügung.

Vorteil des Klettverschlusses ist der einfache Schleifpapierwechsel und die vollständige Ausnutzung des gesamten Schleifpapiers. Der Nachteil ist der höhere Preis des Schleifpapiers.

Befestigung des Schleifpapiers mittels Klettverschluss.

Urban-Woodworking-Tipp: Wenn Sie sich einen Schwingschleifer neu anschaffen wollen, achten Sie darauf, welche Schleifpapiere für den jeweiligen Schleifschuh lieferbar sind. Ist man ausschließlich auf das Schleifpapier der Herstellerfirma angewiesen, sollten Sie vor dem Kauf einen Preisvergleich machen.

Schwingschleifer in verschiedenen Größen

Der Schwingschleifer ist eine Handschleifmaschine, welche in verschiedenen Größen erhältlich ist:

Eher große Schwingschleifer mit einer Schleifschuhgröße von ca.115 x 280 mm eigen sich zum Feinschliff großer Flächen. Für den Feinschliff sollten sie einen Schleifhub zwischen 2 und 3 Millimetern haben.

In der mittleren Baugröße mit einer Schleifschuhgröße von ca. 93 x 230 mm lässt sich der Schwingschleifer universell einsetzen. Mit ihm schleifen Sie sowohl stehende Flächen als auch große liegende Flächen.

Mit einem Schwingschleifer mittlerer Größe lassen sich auch stehende Flächen gut schleifen.

Kleine, leichte Geräte mit einer Schleifschuhgröße von ca. 80 x 130 mm sind auch mal für Über-Kopf-Arbeiten geeignet. Solche Geräte bezeichnet man auch als „Einhand-Rutscher“ oder „Fäustling“. Für große Flächen ist diese Maschine aber eher weniger geeignet. Man braucht einfach zu lange.

Einstellrad für die Hubzahl

Bei manchen Schwingschleifern lässt sich die Hubzahl einstellen. Will man den Abtrag verringern, setzt man die Hubzahl mittels Einstellrad an der Maschine herunter. Dies ist beispielsweise beim Schleifen von dünnen Furnieren nötig. Neben dem Einstellrad für die Hubzahl verfügen manche Schwingschleifer noch über weitere Elektronikfunktionen. (Mehr zu den Elektronikfunktionen von Schleifmaschinen finden Sie in meinem Artikel über Merkmale einer guten Schleifmaschine.)

Mit einem Einstellrad lässt sich die Hubzahl pro Zeiteinheit verändern.
Schmale Flächen, kleine Werkstücke und Möbelkanten lassen sich besonders gut mit einem kleinen Schwingschleifer schleifen.

Urban-Woodworking-Tipp: Für den Einsatz in der eigenen Wohnung empfehle ich den kleinen Schwingschleifer  mit einer Schleifschuhgröße von ca. 80 x 130 mm, und zwar als Zweitgerät ergänzend zu einem Getriebeexzenterschleifer. Wenn Sie diese beiden Geräte zu Hause haben, können Sie praktisch alle Schleifarbeiten durchführen.

Weitere Artikel:

Fachliteratur

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Möbel aus Massivholz richtig schleifen

Wenn Sie ein Möbel aus Massivholz schleifen und dessen Oberfläche behandeln wollen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie nehmen die Oberflächenbehandlung am fertig verleimten Korpus vor. Oder Sie entscheiden sich dafür, die einzelnen Bauteile bereits vor dem Verleimen zu schleifen und anzustreichen. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Möbelkorpus nach dem Verleimen schleifen.

Schleifen der Flächen

Die Außenflächen des Korpus schleift man mit einem Exzenterschleifer oder Rotex. Man beginnt mit einer 80er Körnung und schleift stufenweise weiter bis hin zu einer 220er Körnung. (Mehr über die  Körnung beim Schleifpapier und eine sinnvolle Abfolge beim Schleifen finden Sie hier.) Möglich ist das Schleifen der Flächen natürlich auch von Hand, dies nimmt aber deutlich mehr Zeit in Anspruch.

Achten Sie bei den Flächen eines Möbelkorpus auf die Randbereiche! Hier neigt man dazu, mehr wegzuschleifen als an den mittleren Bereichen der Fläche. So entstehen am Rand Wölbungen. Besonders, wenn Korpusse direkt neben- oder übereinander gestellt werden, fallen diese rund geschliffenen Flächen (Wölbungen) durch offene Fugen auf. Vermeiden Sie diese Wölbungen, indem Sie regelmäßig mit einem Zimmererwinkel die Fläche kontrollieren.

Während des Schleifens prüft man regelmäßig, ob die Kanten noch rechtwinklig sind. Besonders geeignet sind die großen Zimmererwinkel.

Die Möbelinnenflächen schleift man je nach Benutzung. Meist genügt es, die Leimreste zu entfernen und mit einer 150er Körnung für eine glatte Fläche zu sorgen. Nur im Sichtbereich macht es Sinn, bis Körnung 220 zu schleifen. Im Inneren der Möbel lohnt sich ein hoher Aufwand meist nicht.

Stellen Sie den Möbelkorpus zum Schleifen am besten auf eine weiche Unterlage. So schützen Sie die Flächen vor dem Verkratzen. Auch fertig geschliffene Möbelkorpusse sollten Sie weich lagern, da selbst beim Abstellen Druckstellen und Kratzer entstehen können.

Ein Teppichrest dient als weiche Unterlage beim Schleifen.
Die fertig geschliffenen Einzelteile werden nach dem Schleifen auf einer weichen Unterlage gelagert – hier auf einer Packdecke. Schließlich sollen ja keine neuen Kratzer in der Oberfläche entstehen.

Schleifen der Korpuskanten

Gehen Sie beim Schleifen der Korpuskanten in den Ecken vorsichtig vor. Auch hier schleift man leicht zu viel weg. Man prüft mit einem Winkel regelmäßig, ob die Kante noch rechtwinklig ist.

Die Kanten des Korpus schleift man mit einem Schleifklotz oder…
…mit einem Schwingschleifer mit kleiner Schleifplatte und kleinem Schwingkreis.
Man sollte zwischendurch prüfen, ob die Kanten rechtwinklig sind.

 

Urban Woodworking Tipp: Weichen Sie bei staub- und lärmintensiven Arbeiten ins Freie aus, z. B. auf den Balkon, auf die Terrasse oder in eine Garageneinfahrt. Einige Anregungen für die Durchführung eines Holzprojekts im Freien erhalten Sie hier.

Kanten brechen

„Kanten brechen“ bedeutet, den Übergang von einer Fläche zur winklig dazu stehenden zweiten Fläche abzurunden. Dazu schleift man mit einem Schleifklotz mit geringem Druck über die Kante.

In meinem Beispiel habe ich die Kanten umlaufend mit einem Radius von etwa 2-3 mm gebrochen.

Durch das leichte Runden wird die Kante stabiler. Das heißt, die Fasern brechen nicht so leicht aus, wenn man dagegen stößt, oder wenn man mit grobem Schleifpapier aus der Fläche herausschleift. Eine abgerundete Kante führt auch zu einer verringerten Verletzungsgefahr. Massivholzkanten sind mitunter so scharf , dass man sich daran schneiden kann.  Ohne abgerundete Kante läuft man zudem Gefahr, sich einen Spreißel einzureißen. Das heißt, ein Holzspan löst sich aus der Kante, während man mit der Hand darüberfährt und dringt ins Gewebe ein. Bei mir ist einmal ein Spreißel so tief in die Hand eingedrungen, dass er in einer ambulanten OP entfernt werden musste.

Hier wird der Schleifklotz beim Schleifen der Kante richtig geführt…
… während hier der Schleifklotz falsch geführt wird. Führt man den Schleifklotz falsch, wie hier abgebildet, läuft man Gefahr einen Holzspan zu lösen. Dieser schiebt sich zwischen Schleiflotz und Schleifpapier. Meist kickt der Holzspan weg und hinterlässt eine ausgebrochene Stelle.

Der letzte Schliff

Der letzte Schliff mit Körnung 220 sollte besonders gründlich erfolgen. Achten Sie darauf, dass die Flächen überall gleichmäßig geschliffen sind. So ist das Holz überall gleich saugfähig. Beim anschließenden Farb- oder Ölauftrag vermeidet man auf diese Weise Farbunterschiede.

Staub entfernen

Gründliches Entstauben ist vor der Behandlung der Oberfläche mit einem Anstrich erforderlich. Denn Staub behindert die Saugfähigkeit der Oberfläche und vermischt sich mit Lack oder Öl. Schenken Sie den Korpus-Ecken besondere Aufmerksamkeit, da sich dort der Staub gerne ansammelt.

Der Staub wird hier mit einem Malerbesen..
… und hier mit einem Tuch entfernt.

Weitere Artikel zum Thema Schleifen:

Merkmale einer guten Schleifmaschine – ein Ratgeber

Das Angebot an Schleifmaschinen ist riesig. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Marken, unterschiedlichen Maschinen und Qualitätsstufen. Doch wie erkennt man, ob eine Maschine qualitativ hochwertig ist? An welchen Merkmalen kann man eine gute Schleifmaschine erkennen?

Ich empfehle Ihnen, auf folgende Kriterien zu achten:
Wie ist das Serviceangebot des Herstellers? Welches Zubehör wird zur Maschine angeboten?  Welche Elektronikfunktionen hat die Maschine? Wie gut lässt sich der Staub bei dieser Schleifmaschine absaugen? Und wie ergonomisch ist die Maschine gebaut?

Serviceangebot des Herstellers

Auf der Suche nach einer guten Schleifmaschine lohnt es sich, neben der Maschine selbst auch das Serviceangebot der jeweiligen Herstellerfirma zu prüfen: Bietet der Hersteller eine funktionierende Hotline? Lassen sich Ersatzteile leicht nachbestellen?

Qualitativ gute Maschinen sind für den professionellen Handwerker konzipiert. Fallen diese Maschinen aus, hilft  eine funktionierende Hotline, Ausfallzeiten so kurz wie möglich zu halten. Eine mit der Maschine mitgelieferte Explosionszeichnung bildet jedes Ersatzteil ab. Die einzelnen Ersatzteile sind mit einer eigenen Bestellnummer versehen. So kann man das nötige Ersatzteil über den Fachhandel oder direkt beim Hersteller bestellen. Dies verlängert die Nutzungsdauer der Maschine erheblich.

Der Interface-Pad dient zum Schleifen von konvex oder konkav geformten Oberflächen.

Passendes Zubehör für die Schleifmaschine

Vor der Anschaffung einer Schleifmaschine sollte man sich auch ansehen, welches Zubehör der Hersteller anbietet. Ist das zur Maschine passende Zubehör umfangreich und von guter Qualität, erweitert es den Einsatzbereich der Maschine und hilft rationeller zu arbeiten. Hier spielen die Bereiche Absaugung (siehe weiter unten) und lieferbare Schleifteller eine besonders wichtige Rolle.

Bei den Schleiftellern sind folgende Fragen hilfreich:

  • Wird ein Polierzubehör angeboten?
  • Wie viele verschiedene Härtegrade sind lieferbar? Für jeden Anwendungsbereich sollte ein passender Schleifteller lieferbar sein.
  • Welche Schleifmittel kann man einsetzen?
  • Wird zu dem angebotenen Schleifschuh eine Auswahl an Schleifpapier angeboten, welche alle wichtigen Arbeitsbereiche abdeckt?
  • Lässt sich der Schleifteller einfach wechseln?
Manchmal lösen kreative Neuerungen Probleme, die den Anwendern schon lange ein Ärgernis waren. Der Protector für den Festool Rotex ist hier ein gutes Beispiel für nützliches Zubehör. …
… Er ermöglicht randnahes Schleifen ohne den bisher üblichen Rückschlag, und lästige Nacharbeiten entfallen.

Besser arbeiten durch Elektronik

Eine leistungsfähige Elektronik in der Schleifmaschine steigert die Qualität der Arbeitsergebnisse. Außerdem sorgt sie für angenehmeres Arbeiten und verlängert die Lebensdauer der Maschine. Sichtbares Erkennungsmerkmal für eine eingebaute Elektronik ist das Stellrad für die „Drehzahlregelung“. Andere Elektronikfunktionen sind die „Konstantelektronik“, der „Sanftanlauf“ und die „Temperatursicherung“.

Drehzahlregelung

Mithilfe der Drehzahlregelung passt man die Arbeitsgeschwindigkeit der Schleifmaschine an den jeweiligen Arbeitsgang an. Schleift man beispielsweise ein schönes Furnierbild, senkt man besser die Drehzahl. So arbeitet man kontrollierter und vermeidet es, das Furnier durchzuschleifen. Auch beim Feinschliff und beim Einsatz von weichen Schleiftellern senkt man häufig die Drehzahl.

Konstantelektronik

Die Konstantelektronik hält die eingestellte Drehzahl konstant. Diese Funktion wird gebraucht, wenn die eingestellte Drehzahl unter Belastung abzusinken droht. Drehzahlschwankungen haben ein ungleichmäßiges Schleifergebnis zur Folge. Besonders bei gebeizten Flächen führt dies zu ungewollten Farbunterschieden.

Sanftanlauf

Der Sanftanlauf sorgt für einen ruckfreien Anlauf der Maschine. Die Drehzahl wird über einen Zeitraum von 1-2 Sekunden gesteigert, bis die eingestellte Endgeschwindigkeit erreicht ist. Diese Technik schont sowohl die Lager der Maschine als auch die Gelenke des Anwenders.

Temperatursicherung

Ein eingebauter Überhitzungsschutz (Temperatursicherung) verhindert ein Durchbrennen des Motors. Bei anhaltend hoher Motortemperatur werden zuerst Stromzufuhr und Drehzahl reduziert. Sinkt die Temperatur nicht, schaltet sich die Maschine ab und lässt sich erst wieder einschalten, wenn der Motor abgekühlt ist.

 

Sichtbares Erkennungsmerkmal für eine eingebaute Elektronik ist das Stellrad für die Drehzahlregelung.

Die Tellerbremse beim Exzenterschleifer

Bei hochwertigen Exzenterschleifern hindert eine Tellerbremse den Schleifteller daran, unkontrolliert hochzudrehen. Ein ungebremster Schleifteller verursacht beim Aufsetzen aufs Material Dellen in der Oberfläche. Schleift man furnierte Flächen mit überhöhter Drehfrequenz, läuft man Gefahr das Deckfurnier durchzuschleifen. Exzenterschleifer ohne  Tellerbremse sind für anspruchsvolle Arbeiten nicht geeignet.

Staub absaugen bei der Schleifmaschine

Holzstaub gefährdet die Gesundheit und dringt im Haushalt in jede Ritze ein. Als Heimwerker sollte man daher an einer guten Staubabsaugung nicht sparen. Auch hier lohnt es sich wieder auf Qualität zu achten. Nicht jede Schleifmaschine lässt sich gleich gut absaugen. Dies hängt mit der Lochung der Schleifteller und den in diese integrierten Absaugkanäle zusammen. Festool beispielsweise bietet mit dem „Multi-Jetstream 2 System“ ein neues Absaugprinzip an. Durch  Zuluft- und Abluftkanäle entsteht eine Strömung ähnlich wie beim Lüften eines Raums. Das innovative System sorgt für eine wesentlich effektivere Staubabsaugung auch in den Randbereichen des Schleiftellers. Für weitere Informationen bietet Festool auf seiner Homepage die Broschüre „Weitergedacht – für perfekte Oberflächen“ als PDF zum Download an.

Wird Schleifstaub nicht ausreichend abgesaugt, verklumpen Staubpartikel auf der Holzoberfläche und setzt dem Schleifpapier zu. Mit einer effektiven Absaugung schützt man seine Gesundheit und spart außerdem am Schleifpapier.

Ein Staubsaugerschlauch sollte sich stabil mit der Maschine verbinden lassen.
Schleifstaub sollte vollständig abgesaugt werden. Bleibt Schleifstaub auf der Holzoberfläche zurück ist die Absaugleistung unzureichend.

Ergonomische Aspekte

Die ergonomische Konstruktion von Maschinen hat gesundes und ermüdungsarmes Arbeiten zum Ziel. Körperliche Belastungen bei Schleifmaschinen werden vor allem durch Lärm, Staub und Vibration verursacht. So sollte man jede Schleifmaschine vor dem Kauf daraufhin testen, wie bequem man damit arbeiten kann. Folgende Punkte sind beachtenswert:

  • Wie stark ist die Vibration im Vergleich zu anderen Maschinen?
  • Wird der Schleifstaub gut abgesaugt?
  • Wie hoch ist die Lärmentwicklung?
  • Ist der Griffdurchmesser passend zu meiner Handgröße?
  • Lässt die Maschine sich gut halten oder muss ich Kraft aufwenden, damit sie mir nicht aus der Hand rutscht?
  • Muss man das Handgelenk bei der Arbeit verbiegen oder kann es gerade gehalten werden?
  • Passt das Gewicht der Maschine zu meiner Körperkraft?
Man sollte ausprobieren ob man die Maschine gut halten kann.
Zum Schleifen von schmalen Flächen und Kanten sind leichte und dennoch leistungsfähige Maschinen auf dem Markt. Wenn die Gelenke nicht mehr so mitmachen, sind diese Maschinen auch für das Schleifen von Flächen eine gute Option.

Schleifmaschinen ausprobieren im Holzbearbeitungskurs

In meinen Holzbearbeitungskursen habe ich häufig mehrere Schleifmaschinen dabei. Es besteht die Möglichkeit selbst zu schleifen und Fragen zu stellen. So bekommt man ein Gefühl für qualitativ hochwertige Maschinen.

Das Thema „richtiges Arbeiten mit Handschleifmaschinen“ behandle ich besonders eingehend im Kurs „Holzoberflächen / Oberflächentechnik bei Holzwerkstoffen“.  Infos und weitere Informationen dazu unter www.kurswerkstatt-nuernberg.de

Im Oberflächenkurs der KursWerkstatt Nürnberg lassen sich verschiedene Handschleifmaschinen ausgiebig testen.

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