Sägen mit der Japansäge – Anleitung für Längsschnitte

Sägeschnitte mit der Japansäge parallel zur Holzfaser

Sägeschnitte parallel zur Holzfaser kommen vor allem bei Schlitz- und Zapfenverbindungen vor. Aber auch beim Schneiden von Massivholzplatten längs zur Faser leisten japanische Längsschnittsägeblätter gute Dienste.

Bei Schlitz- und Zapfenverbindungen fallen Schnitte längs zur Holzfaser an.

 Sägezähne für Längsschnitte

Schneidet man Holz längs (parallel) zur Faser, benötigt man anders ausgeformte Sägezähne, als wenn man quer zur Holzfaser schneidet. Bei Längsschnitten rollen sich die Späne auf und nehmen wesentlich mehr Raum ein als das feinkörnige Sägemehl, das bei Querschnitten entsteht. Um Raum für die Späne zu schaffen, ist der Abstand von Zahnspitze zu Zahnspitze bei Sägeblättern für Längsschnitte größer als bei solchen für Querschnitte. So entsteht zwischen den Zähnen ausreichend Raum für die anfallenden Späne. Auf diese Weise können die Sägespäne während des Schneidens zuverlässig aus der Sägefuge abtransportiert werden, und die Säge klemmt nicht.

Japanische Längsschnittsägezähne sind keilförmig wie extrem schmale Stemmeisen. Durch ihre Dreiecksform sehen sie den Sägezähnen europäischer Sägen ähnlich.

Späne rollen sich bei Längsschnitten auf.

Variierender Zahnspitzenabstand

Die Sägezähne bei Längsschnittblättern sind in Griffnähe kleiner als die Sägezähne an der Seite, die dem Griff abgewandt ist. Die unterschiedliche Größe der Sägezähne bei Längsschnittblättern wird auch in manchen Werkzeugkatalogen gezeigt. Das Maß hierfür ist der Abstand von einer Zahnspitze zur nächsten.

Bei der Ryoba Gold von Magma mit 240 mm Blattlänge beträgt er beispielsweise 2,7 mm am Sägegriff. An der dem Griff abgewandten Seite des Sägeblatts beträgt der Zahnspitzenabstand 3,9 mm. Die kleineren Sägezähne direkt am Griff erleichtern das Ansägen des Holzes. Hat man eine Sägefuge geschaffen, welche das Sägeblatt sicher führt, sorgen die größeren Sägezähne für eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit.

Die Ryoba hat zwei verschiedene Verzahnungen. Eine ist für Längsschnitte, die andere für Querschnitte geeignet. Die Längsschnittverzahnung dieser Ryoba Säge erkennt man an den dreieckig ausgeformten Sägezähnen.
Vom Sägegriff beginnend nehmen sowohl die Größe der Sägezähne als auch der Zahnspitzenabstand kontinuierlich zu. Am Sägegriff sind die Zähne kleiner.
An der vom Griff abgewandten Seite sind die Sägezähne am größten.

Schränkung

Die Zähne sind abwechselnd nach rechts bzw. links gebogen. Dies nennt man Schränkung. Durch geschränkte Sägezähne wird die Sägefuge breiter als das Sägeblatt. So klemmt auch bei tieferen Schnitten das Sägeblatt nicht in der Sägefuge.

Das Ansägen

Dem Ansägen kommt eine besondere Bedeutung zu. Zu Beginn schafft man sich eine Sägefuge, welche für den gesamten Schnitt als Führung dient. Japansägen lassen sich in der Sägefuge kaum mehr lenken. Ist die Säge einmal verlaufen, ist dies nur mit viel Aufwand korrigierbar. Das liegt an mehreren Faktoren: Japanische Sägeblätter sind weniger stark geschränkt als europäische, und sie sind dünner und breiter.

Auftrennen eines Kantholzes mit der Japansäge Ryoba

Für diesen Schnitt wähle ich zum Ansägen zunächst eine Dozuki. Sobald eine gerade und ausreichend tiefe Sägefuge entstanden ist, mache ich mit der Längsschnittverzahnung der Ryoba weiter:

Mit Hilfe eines Streichmaßes markiere ich den Schnittverlauf.
Der Riss ist umlaufend.
Nun fahre ich den Anriss des Streichmaßes mit einem spitzen Bleistift nach. So ist die Markierung besser sichtbar.
Das Kantholz spanne ich so nahe wie möglich an der Stelle ein, an der ich später säge.
Beim Ansägen dieses Kantholzes habe ich mich für eine Dozuki mit Querschnittverzahnung entschieden. Diese schneidet mit weniger Widerstand als die Längsschnittverzahnung der Ryoba. Letztere ist manchmal zu aggressiv. Die Zähne beißen sich beim Ansägen besonders leicht fest. Die Querschnittverzahnung der Dozuki hingegen bietet den ruhigen und sicheren Schnitt, welcher nötig ist, um eine präzise Sägefuge zu schaffen. Erst wenn eine gerade und ausreichend tiefe Sägefuge geschaffen ist, …
… wechsle ich zur Längsschnittverzahnung der Ryoba.
Ich schneide so lange weiter, wie ich den Riss sehen kann.
Dann drehe ich das Kantholz um seine eigene Längsachse und schneide auf der anderen Seite am Riss weiter. So vermeide ich ein Abdriften vom Riss.
Man verringert den Winkel zur Holzoberfläche während des Schneidens so lange bis er so klein ist, dass man nicht mehr weiterschneiden kann. Dann spannt man um, dreht das Kantholz wieder um seine eigene Längsachse und schneidet auf der gegenüberliegenden Seite weiter. Dies setzt man fort bis zur Mitte des Kantholzes.
Hat man das Kantholz bis zur halben Länge geschnitten, dreht man es um 180° Grad herum …
… und schneidet von der gegenüberliegenden Seite hinein. Man schneidet so lange, bis das Kantholz völlig aufgetrennt ist.
Schließlich ist das Kantholz aufgeteilt.

Wenn die Säge klemmt

Werden die Holzfasern durchtrennt, können im Holz vorhandene Spannungen freigesetzt werden. Dies führt dazu, dass die Sägefuge zusammengedrückt wird. Ein Weitersägen ist oft nicht mehr möglich.

Werden durch den Längsschnitt Spannungen im Holz frei, klemmt das Sägeblatt fest, und man kann nicht mehr weiterschneiden.
Mit einem spitzen Keil öffnet man die Sägefuge. So kann man wieder weiterschneiden.

Einsatz von Japansägen im Schreinerkurs

In meinen Kursen über klassische Holzbearbeitung mit Handwerkzeugen zeige ich Ihnen gerne die vielen Einsatzgebiete von Japansägen ganz praktisch. Besonders im Kurs „Klassische Holzverbindungen mit Handwerkzeugen – Schlitz und Zapfen“ lernen Sie den Einsatz von japanischen Längsschnittsägeblättern.

Mit etwas Übung

Ob Holzzuschnitt oder  Schlitz- und Zapfenverbindung, Schnitte längs zur Holzfaser lassen sich mit japanischen Sägen schnell und präzise durchführen. Wichtig ist nur, ein Gefühl für die Säge zu entwickeln. Und dazu ist erst einmal einige Übung nötig. Doch dann darf man sich über viele gute Arbeitsergebnisse freuen.

In meinem Artikel „Sägen mit der Japansäge – Anleitung für Querschnitte, erfahren Sie, wie Ihnen exakte Schnitte quer zur Holzfaser gelingen.

Die klassische japanische Arbeitsweise

In Japan arbeitet man in verschiedenen Körperhaltungen: Im Sitzen oder Knien an einem Arbeitsbrett oder mit einem Fuß stehend auf dem Werkstück, welches auf kleinen Arbeitsböcken liegt. Einblick in die Vielfalt der klassischen japanischen Arbeitsweise bieten die beiden Bücher von Toshio Odate: „Die Werkzeuge des Japanischen Schreiners“ und „Shoji  – Schiebetüren und Trennwände selbst gemacht“.

Fachbücher

Wenn Sie sich für Holzfachbücher interessieren, werfen Sie auch mal einen Blick auf unsere Bücherseite. Dort finden Sie unter anderem auch die beiden erwähnten Bücher von Toshio Odate.

Sägen mit der Japansäge – Anleitung für Querschnitte

Sägeschnitte mit der Japansäge quer zur Holzfaser

In meinem Artikel „Japansägen für Anfänger“ habe ich verschiedene japanische Sägen vorgestellt und die ersten Übungsschritte beschrieben.

In diesem Blogbeitrag geht es nun um das Sägen mit der Japansäge quer zur Faser. Je präziser die Schnitte quer zur Faser gelingen, desto passgenauer werden auch die Holzverbindungen. So ist beispielsweise bei der Schlitz und Zapfen Verbindung das Absetzen des Zapfens entscheidend für eine saubere Sichtfuge. Hier kommen bevorzugt die rückenverstärkten Dozuki Sägen zum Einsatz.

Die in diesem Artikel eingesetzte Dozuki Säge funktioniert wie die allermeisten japanischen Sägen auf Zug und verfügt über eine feine Trapezverzahnung.
Die feine Trapezverzahnung mit einem Zahnspitzenabstand von 1 mm ermöglicht sehr präzise Schnitte, schmale Sägefugen und minimale Ausrisse.

Den Schnittverlauf richtig anzeichnen

Will man mit der Japansäge präzise arbeiten, sollte man den Schnittverlauf so genau wie möglich anzeichnen. Ungenauigkeiten bei dieser Arbeit setzen sich in den folgenden Arbeitsgängen fort. Zum Anzeichnen der hier gezeigten Schnitte benötigt man einen präzisen Winkel und einen spitzen Bleistift.

Mein Tipp: Legen Sie während des Anzeichnens immer einen Bleistiftspitzer und ein Radiergummi bereit, um den Bleistift spitz zu halten und um überflüssige Linien konsequent wegzuradieren. Je eindeutiger und deutlicher man anzeichnet, desto präziser gelingen die Schnitte.

Grundvoraussetzung für exaktes Arbeiten ist präzises Anzeichnen des Schnittverlaufs.

Die richtige Arbeitshöhe

Beim Arbeiten mit der Japansäge sollte der Schnittverlauf jederzeit gut einsehbar sein. Meist ist dazu eine größere Arbeitshöhe zu empfehlen. Zu diesem wichtigen Thema finden Sie in diesem Blog den Artikel „Die passende Arbeitshöhe bei Hobelbänken“.

Anhand von einigen Anwendungsbeispielen zeige ich im Folgenden die richtige Vorgehensweise.

Ein Kantholz quer zur Faser schneiden

Querschnitte bei Kanthölzern kommen beispielsweise beim Bau von Tischen und Stühlen vor. Man schneidet quer zum Faserverlauf. Dazu wählt man eine Säge mit Querschnittsverzahnung.  In unserem Fall haben wir einen Holzquerschnitt von 38 Millimetern. Hierfür setzen wir eine rückenverstärkte Dozuki ein. Bei größeren Querschnitten dagegen würde der Sägerücken der Dozuki am Material anstoßen. Wenn Sie also tiefere Schnitte sägen müssen, wäre eine Ryoba mit Querschnittverzahnung die bessere Wahl.

Man zeichnet den Schnittverlauf mit einem 90°-Anschlagwinkel an.
Die Bleistiftmarkierung ist umlaufend.
Die Tischhobelbank bietet eine größere Arbeitshöhe, wenn man sie auf die Hobelbank spannt. So lässt sich die Stelle an der man sägt besser einsehen.
Der Daumen dient als Führung beim Ansägen. Mit den ersten Sägehüben schafft man sich eine Führung für die Säge.
Man schneidet neben dem Bleistiftstrich im „abfallenden Stück“. Der Bleistiftstrich bleibt am Werkstück sichtbar. So berücksichtigt man die Breite der Sägefuge. Das „abfallende Stück“ markiert man mit einem Bleistiftkreuz in jeder Einzelfläche.
In kurzen Hüben sägt man tiefer. Dabei sollte man die obere und die vordere Fläche im Blick behalten. Den Blick richtet man immer auf die Bleistiftmarkierung. Zu jedem Zeitpunkt basiert die Steuerung der Säge auf einer Hand-Auge-Koordination. Man verändert den Winkel zwischen der Säge und dem Werkstück, während man schneidet. So beißen sich die Sägezähne nicht fest. Man sägt mal eher flach …
… und dann wieder steiler und verändert mit jedem Sägehub den Winkel ein wenig.
Die einsehbare Seite des Kantholzes ist eingeschnitten. Man dreht nun das Werkstück um 180 Grad…
…So ist die Stelle, an der man schneidet wieder gut einsehbar. Nun schneidet man an der Bleistiftmarkierung entlang weiter.
Man prüft mit dem Winkel, ob man exakt winklig gesägt hat.

Querschnitt dünner Leisten

Dünne Leisten biegen beim Schneiden durch und neigen dazu zu vibrieren. Um das zu verhindern schneidet man sie auf einer stabilen Unterlage.

Man spannt ein schmales Brett in die Bankzange der Tischhobelbank. Es dient als Anschlag. Die Bankzange schützt man mit einer Abdeckung. Als Auflage für das Werkstück dient ein weiteres Brett, in welches beim Durchsägen der Leiste hineingeschnitten wird.
Man zeichnet den Schnittverlauf in gleicher Weise an wie den Schnittverlauf bei dem Kantholz und legt die Leiste auf das Unterlegbrett.
Ebenso wie beim Kantholz schneidet man umlaufend an der Bleistiftmarkierung. Dabei drückt man das Werkstück gegen den Anschlag. Abschließend prüft man den Winkel.

Gerade ablängen

Die Holzkante spiegelt sich im Sägeblatt und läuft dort optisch fort. Kippt man das Sägeblatt in den rechten Winkel, läuft die Holzkante gerade im Spiegelbild weiter. Dies sollte während des Sägens so bleiben. Man korrigiert, sobald die Kante im Spiegelbild abknickt. So lässt sich einigermaßen gerade sägen.
Genauer ist es jedoch, umlaufend nach der Bleistiftmarkierung zu sägen.

Den Einsatz der Japansägen einüben in Holzbearbeitungskursen

Dieser erste Einblick macht Ihnen hoffentlich Appetit auf mehr. Vor allem im Bereich der Holzverbindungen gibt es vielseitige Einsatzgebiete für die japanischen Sägen. In den Holzbearbeitungskursen der KursWerkstatt Nürnberg zeige ich Ihnen gerne weitere Schritte. Informationen dazu finden Sie unter www.kurswerkstatt-nuernberg.de .

Präzises Sägen mit der Hand fällt den Wenigsten in den Schoß. Doch kann man sich auf einen Weg des Übens und Eintrainierens machen. Dann wird man zunehmend mehr durch passgenaue Holzverbindungen und gelungene Werkstücke belohnt.

In den verschiedenen Handbearbeitungskursen der KursWerkstatt Nürnberg haben Sie die Möglichkeit, ganz praktisch und unter Anleitung die richtige Arbeitstechnik und das Anfertigen von Holzverbindungen zu erlernen.

Wie Ihnen mit der Japansäge Schnitte längs  zur Faser gelingen, erfahren Sie im Artikel „Sägen mit der Japansäge – Anleitung für Längsschnitte


Wenn Sie sich für Holz-Fachbücher interessieren, werfen Sie auch mal einen Blick  auf unsere Bücher Seite.

Japansägen für Anfänger

Wer sich für die Bearbeitung von Holz interessiert und sich bei Youtube umsieht, hat sie mit Sicherheit schon gesehen: japanische Sägen!

Sie werden als superscharf, leicht und extrem präzise angepriesen. Schnell fällt dann auf, dass es ganz verschiedene Formen und Anwendungen gibt. Zudem sind die Ergebnisse – zumindest im Film – meist phänomenal. Dann ist der Weg nicht mehr weit bis zu dem Wunsch: „Will ich auch haben!“

Auf der Suche nach der passenden Japansäge für den Einstieg stellen sich verschiedene Fragen, welche ich in diesem Artikel beantworten werde.

Feine Sägezähne und dünne Sägeblätter sind der Grund für exakte und saubere Schnitte.

Welche Japansäge soll ich kaufen?
Welche Japansägen sind für Anfänger geeignet?
Woran erkenne ich gute Qualität?

Wenn es um gutes Werkzeug geht, kommt es immer darauf an, wo ich es einkaufe: Ein renommierter Werkzeughändler, bei dem auch professionelle Holzbearbeiter einkaufen, kann es sich gar nicht leisten schlechte Qualität anzubieten. Das würde sich in der Szene sofort herumsprechen, und der Händler würde viele Kunden verlieren.

Wird eine Standardsäge unter 20,-€ angeboten, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Qualität passt. Hier ist billig gekauft oft zwei Mal gekauft. Der Preis für die meisten Sägen liegt zwischen fünfundzwanzig und fünfzig Euro.

Japansägeblätter sind meistens dünn und biegsam. Sind die Sägeblätter eher dick, sollte man die Säge lieber im Regal liegen lassen. Billige und meist schlechte Japansägen findet man bei Discountern. Blogs, Fachzeitschriften und Foren sind gute Orte, an denen man Informationen über gute Fabrikate und Händler bekommt.

Japanische Sägen schneiden, während man sie zum Körper hin zieht, also „auf Zug“. Die dünnen Sägeblätter werden so überhaupt erst möglich. Die Kraft, welche beim Sägen entsteht, spannt das Sägeblatt und es knickt nicht ab, während die Schnittkräfte wirken.

Die „Dozuki“ – eine geeignete Japansäge für Anfänger

Arbeitet man mit europäischen Sägen, bewegt man die Säge mit viel Kraft durch das Holz. Europäische Sägeblätter arbeiten „auf Schub“ und sind viel dicker und robuster als japanische. Ist man dieses kraftvolle Arbeiten gewohnt, steht ein Umlernprozess an, wenn man beginnt mit japanischen Sägen zu arbeiten.

Für den Anfänger ist es hilfreich, mit einer rückenverstärkten japanischen Säge zu beginnen. Ich empfehle als Japansäge für den Anfang eine feine Dozuki. Man bewegt das Sägeblatt ohne Druck und mit möglichst wenig Kraft durch ein Probeholz und sammelt so erste Erfahrungen, wie die Säge arbeitet. Man wird merken, dass fast gar keine Kraft nötig ist. Die Säge arbeitet sich wie von selbst tiefer ins Holz. Zu viel Druck führt zum Verhaken der Sägezähne im Material. Bei zu kraftvollen Bewegungen knickt das Sägeblatt ab.

Rückenverstärkte Sägen wie diese Dozuki knicken nicht so leicht ab und sind deswegen für die ersten Sägeversuche besonders geeignet. Zudem ist es sinnvoll mit einem kurzen Sägeblatt zu starten. Solche kleinen Japansägen sind handlich und werden schnell zur Lieblingssäge in der Werkstatt.

Eine weitere Japansäge für Anfänger:
Die „Ryoba“ für Längsschnitte

Hat man sich an das Sägen auf Zug gewöhnt, ist das Arbeiten mit einer Ryoba ein guter nächster Schritt. Die Ryoba hat keine Rückenverstärkung und ist somit anfälliger für das Abknicken. Sie hat zwei Zahnreihen. Man sollte ein Modell wählen, welches eine Zahnreihe für Querschnitte und eine für Längsschnitte hat.

Das Sägeblatt der Ryoba hat auf beiden Seiten eine Zahnreihe. Durch die fehlende Rückenverstärkung sind auch tiefe Sägeschnitte möglich.

Zahnformen japanischer Sägen

Man unterscheidet zwei Zahnformen: Die Trapezverzahnung für Schnitte quer zur Holzfaser und die Dreiecksverzahnung für Schnitte längs zur Holzfaser.

Die Dreiecksverzahnung findet sich bei japanischen Längsschnittblättern. Die Sägezähne sind keilförmig wie ganz schmale Stemmeisen. Zum Sägegriff hin werden die Zähne kleiner. Die größeren Sägezähne am anderen Ende des Sägeblattes sind fast doppelt so groß. Mit Hilfe der kleineren Zähne sägt man das Holz in kurzen Hüben an. Hat man eine Sägefuge geschaffen, in der die Säge sicher läuft, sägt man in langen Hüben. Nun kommen auch die größeren Sägezähne zum Einsatz.
Die Trapezverzahnung kommt bei Querschnitten zum Einsatz. Die Sägezähne haben eine Trapezform und sind messerartig angeschliffen. Der Abstand zwischen den Zahnspitzen ist wesentlich kleiner als bei der Dreiecksverzahnung. Durch die besondere Ausformung der Sägezähne schneidet die Trapezverzahnung sehr sauber quer zur Holzfaser.

Praxisübungen für den Einstieg

Planen Sie ruhig mal ein oder zwei Übungsstunden ein, um ein gutes Gefühl für die Säge zu entwickeln. Suchen Sie sich Abfallstücke in Ihrer Werkstatt, oder kaufen Sie ein paar günstige Massivholzplatten und Leisten aus der Restekiste im Baumarkt. Ideal ist ein Weichholz, wie Fichte beispielsweise. Starten Sie ohne Genauigkeitsanspruch! Es geht darum einfach nur zu sägen. Zuerst quer zur Faser mit der Dozuki und später längs zur Faser mit der Ryoba. Nach dieser Übungszeit haben Sie ein Gefühl für die Sägen entwickelt und können auch mal einen exakten Schnitt versuchen.

Man spannt das Holz möglichst nah an der Stelle ein, an der man sägt. So vermeidet man Vibrationen.
Der Daumennagel dient als Führung beim Ansägen.
Die ersten Sägeschnitte macht man in ein Probestück. Zum Einsatz kommt eine Dozuki. Langsam und möglichst ohne Druck zieht man die Säge quer zur Faser durch das Holz. Manche Experten empfehlen, auch mal mit geschlossenen Augen zu sägen, um das Sägen auf Zug einzuüben. Das Probestück sollte man gut festspannen, um sich ganz auf das Sägen konzentrieren zu können.

Längsschnitte üben mit der Ryoba

Schnitte parallel zur Holzfaser sind oft tiefe Schnitte. Mit einer rückenverstärkten Säge stößt man hier schnell an Grenzen. Hier hilft die rückenlose Ryoba weiter. Außerdem verfügt diese Säge über die passende Verzahnung für Schnitte parallel zur Holzfaser.

Schnitte parallel zur Richtung der Holzfaser übt man mit der Ryoba.

Japanische Sägen im Holzbearbeitungskurs

In den Holzbearbeitungskursen der KursWerkstatt Nürnberg lernen Sie Japanische Sägen anzuwenden. Es besteht Gelegenheit Fragen zu den Werkzeugen und den Arbeitstechniken zu stellen. Zudem üben Sie die Anwendung der Werkzeuge bei der Anfertigung einer Holzverbindung.

Impression aus dem Kurs „Einführung in die japanische Holzbearbeitung“ der KursWerkstatt Nürnberg.

Richtige Lagerung Japanischer Sägen

Bei japanischen Sägen sind Sie gut beraten, wenn Sie diese vor Stößen und Druck schützen. Ihre harten und spröden Sägezähne brechen leicht aus, und die dünnen Sägeblätter neigen zum Verbiegen. Abhilfe schaffen spezielle Sägen-Etuis aus Leinen, Leder oder Kunststoff.  Oder Sie bauen sich selbst einen Sägenschutz aus Sperrholz.

Wer die Umstellung auf japanische Sägen wagt, wird durch präzise und saubere Schnitte belohnt. Bald schon sind die leichten Zugsägen aus der Werkstatt nicht mehr wegzudenken!

 

Weiterführende Fachliteratur:

Noch mehr über japanisches Handwerkzeug können Sie nachlesen im Buch „Die Werkzeuge des japanischen Schreiners“ von Toshio Odate.

Wenn Sie das Buch kaufen wollen, können Sie über untenstehenden Link die Amazon Produktseite aufrufen und darüber den Kauf tätigen. Damit unterstützen Sie unseren Blog.

Merkmale von guten Hobelbänken

Für einen Holzbearbeiter ist die Hobelbank ist eine sehr wichtige Anschaffung. Oft begleitet sie ihn über Jahrzehnte und ist der zentrale Ort seines Schaffens. Hobelbänke, wie wir sie heute kennen, sind speziell für die Arbeit mit Handwerkzeugen entwickelt worden. Für den Einsatz von Handmaschinen sind sie weniger geeignet. Hierfür gibt es speziell für Maschinen entwickelte Arbeitstische. Ähnlich wie bei Handmaschinen fallen auch bei Hobelbänken die großen Preisunterschiede bei scheinbar gleicher Leistung auf. Optisch sind billige Bänke kaum zu unterscheiden von Modellen, welche fast viermal so viel kosten.

In diesem Artikel stelle ich Ihnen einige Qualitätsmerkmale vor und gebe Tipps, wie Sie bei einer Hobelbank Qualität erkennen können. Dies kann Ihnen als Basis für eine gute Kaufentscheidung dienen.

Hobelbank mit robuster Vorder- und Hinterzange

1. Schwer und stabil

Stemmen, Hobeln und Sägen erfordern eine stabile Unterlage. Verrutscht die Bank, behindert das Ihren Arbeitsprozess. Gegen das Verrutschen hilft ein hohes Eigengewicht. Ich empfehle daher den Kauf einer Hobelbank, die mindestens 80 kg wiegt. Leichtere Bänke verrutschen, wenn man mit viel Kraft hobelt. Auch die Bankplatte sollte dick und schwer genug sein, dass sie nicht nachfedert.

Ein weiteres Problem ist das Nachfedern des Untergestells. Damit dies nicht passiert, sollte es massiv ausgebildete Zargen haben, welche für eine gute Aussteifung sorgen. So werden horizontal wirkende Kräfte aufgefangen, welche beispielsweise beim kraftvollen Hobeln entstehen. Durch die Schlagenergie beim Stemmen wirken außerdem starke vertikale Kräfte. Diese müssen zum Boden hin abgeführt werden. Auch dies erfordert eine massive Bankplatte und ein stabiles Untergestell.

Die Zargen sind mit dem Gestell stabil verschraubt. Sollte sich die Verbindung lockern, zieht man die Schrauben nach.
Das stabile Untergestell leitet Stöße ohne Nachfedern zum Boden hin ab.

Überprüfen Sie, ob eine Hobelbank fest steht und nicht nachfedert, indem Sie mit aller Kraft in horizontaler Richtung dagegen drücken. Nachfedern und Verrutschen kostet unnötig Kraft und verlangsamt den Arbeitsfortschritt. So lässt sich beispielsweise der Hobel nicht ausreichend präzise führen, oder das Stemmeisen kann nicht so gut ins Holz eindringen, so dass auch die Genauigkeit bei der Arbeit leidet.

2. Material und Verarbeitung einer Hobelbank

Am häufigsten wird leicht gedämpftes Buchenholz für den Bau von Hobelbänken verwendet. Man dämpft Buchenholz, um es möglichst formstabil zu machen. Denn Buche neigt besonders stark zu Formveränderungen, wenn sie quillt oder schwindet. Dieser Effekt lässt sich durch das Dämpfen verringern.

Gedämpftes Buchenholz ist dekorativ, hart und stabil, und deswegen sehr geeignet für Hobelbänke.

Es lohnt sich, die Verarbeitung der Hobelbank genauer unter die Lupe zu nehmen: Ist die Bankplatte völlig plan? Mit einem großen Schreinerwinkel oder einer geraden Leiste prüfen Sie, ob die Bankplatte quer zum Faserverlauf gerade ist. Ob die Bankplatte in sich verdreht ist, prüfen Sie mit zwei geraden Leisten, welche Sie vorne und hinten quer zum Faserverlauf auf die Bankplatte legen. Sie schauen von einem Ende der Hobelbank flach über die aufgelegten Leisten. Diese müssen in der Horizontale parallel sein.

Sauber gebrochene Kanten, dichte Leimfugen und eine Oberfläche ohne Kratzer und Dellen deuten auf eine sorgfältige Verarbeitung hin. Zudem sollten bei der Breitenverleimung der Bankplatte die Verleimregeln beachtet worden sein. Ob dies der Fall ist, lässt sich nicht ohne Weiteres erkennen, da die Hirnenden meist mit einer Leiste abgedeckt sind. Ein Hinweis auf eine falsche Verleimung ist ein abrupter Wechsel von einer eher schlichten Maserung zu starker Fladerung. Ich empfehle Hobelbänke, deren Bankplatte durchgehend eine eher schlichte Maserung zeigen.

3. Spannmöglichkeiten der Hobelbank

Eine gute Zangenmechanik hält das Werkstück sicher fest, so dass man sich ganz auf seine Arbeit konzentrieren kann. Die Mehrzahl der Hobelbänke verfügt über zwei Zangen: Eine Vorderzange und eine Hinterzange. Die Vorderzange sitzt an der vorderen Kante der Hobelbank und dient dazu, Werkstücke vertikal einzuspannen. Die Hinterzange hat eine Doppelfunktion: Mit Hilfe der Bankhaken lassen sich Werkstücke  horizontal auf der Bankplatte fest spannen. Vertikales Einspannen ist ebenso möglich. Sowohl Vorderzange als auch Hinterzange sind in einer Vielzahl verschiedener Ausführungen erhältlich.

Mit Hilfe der Hinterzange lassen sich Werkstücke sowohl horizontal als auch vertikal einspannen.
Direkt in die hintere Bankzange (Hinterzange) lassen sich Werkstücke vertikal einspannen.
Bankhaken helfen das Werkstück zu halten.
Eine Stahlfeder hält den Bankhaken im Loch auf Position, so dass er nicht nach unten wegrutscht.

Bei  Produkten, welche aus Stahl gefertigt sind, ist eine direkte Prüfung der Qualität schwierig. Man ist auf Testurteile angewiesen. Hier bieten Fachzeitschriften und Fachbücher Orientierung. Fachautoren verfügen oft über jahrzehntelange Erfahrung mit verschiedenen Hobelbankmechaniken. In ihren Publikationen sprechen sie Empfehlungen und manchmal auch Warnungen aus. Hier lohnen sich Fachbücher von Christopher Schwarz, die Zeitschrift „Holzwerken“ und auch einige englischsprachige Veröffentlichungen wie beispielsweise „Best Workbenches“ von Fine Woodworking.

Ist ein Hersteller von Hobelbankzangen bereits lange im Markt, deutet das meist auf gute Qualität hin. Haben Sie Zugang zu professionellen Werkstätten, können Sie erfragen, welche Marken dort bevorzugt werden. Es ist gut, wenn Sie sich mehrere Meinungen einholen. Billigangebote sind eher ein Warnsignal. Guter Stahl hat seinen Preis. Am besten ist es, wenn Sie die Möglichkeit haben, Mechaniken selbst zu testen. Nur wenn sie leichtgängig sind, sollte man sich dafür entscheiden. Klemmt eine Mechanik schon ab Werk, stimmt etwas grundsätzlich nicht.

Mit Hilfe der Bankhaken horizontal eingespanntes Werkstück. Beigelegte Leisten schützen das Werkstück vor Druckstellen.
Fest eingespannt lässt sich das Werkstück gut hobeln.

Hobelbankmechaniken sollten außerdem sehr robust sein, damit Sie sich keine Sorgen um das Überleben der Zange machen müssen, wenn Sie mit aller Kraft anziehen. Anhaltspunkt für die Zangenstabilität ist der Durchmesser der Spindel. Bei der Vorderzange sind 28 mm Durchmesser ein Richtwert. Bei den Führungsstangen sollte der Durchmesser bei 20 mm liegen. Größere Durchmesser sorgen für noch mehr Stabilität.

Runde Bankhaken werden mit Durchmesser 19 und 20 mm angeboten. Man hat die Möglichkeit, durch Bohrungen die Bankhaken frei auf der Hobelbankplatte zu positionieren.

Bei der Hinterzange sorgt eine massive Stahlführung für besonders hohe Stabilität. Manche Hersteller verbauen anstelle einer Hinterzangenmechanik eine zweite Vorderzange. Eine Vorderzangenmechanik kann eine Hinterzangenmechnik jedoch nicht ersetzen, dazu fehlt es ihr an Kraft und Stabilität.

Vorderzangen dienen zum Einspannen von Werkstücken parallel zur Vorderkante der Hobelbank. Verspannt man lange Werkstücke, nutzt man die Stärke der Vorderzange. Spannt man eine schmale Leiste vertikal einseitig in die Vorderzange ein, benötigt man ein Ausgleichsstück. Ohne das Ausgleichsstück würde die Vorderzange einseitig verzogen und würde schnell verbiegen. Verbogene Vorderzangen sind schwergängig.

Vorderzange
Leichte Vorderzangenmechanik (5,2 kg)
Vorderzangenmechaniken sind unter der Hobelbankplatte fest verschraubt.
Wenn man die Vorderzange anzieht, verringert sich Abstand 1, während Abstand 2 gleich bleibt. Ohne Ausgleichsstück führt der einseitige Druck auf die Mechanik zu einem beschleunigten Verschleiß.
Eine Spannhilfe ermöglicht den Druckausgleich für Werkstücke bis 100 mm Dicke. Die einzelnen Kunststoffplättchen sind 2,5 mm dick und 140 mm lang.
Die Spannhilfe im Einsatz in der vorderen Bankzange.

Was die Beschläge bei einem Möbel sind, sind die Mechaniken bei einer Hobelbank. Man ist gewohnt schwarz lackiertes Gusseisen zu sehen mit dem typischen Griff. Es sind inzwischen aber auch Mechaniken mit polierter Metalloberfläche im Handel. Sicherlich steht eine einwandfreie Funktion im Vordergrund. Aber auch ein gutes Design trägt zur Arbeitsfreude bei.

Selbstgebautes Ausgleichsstück aus Holz.
Das Ausgleichsstück ist exakt gleich dick wie das eingespannte Werkstück. Die 8er Dübel verhindern ein Abrutschen, wenn der Pressdruck gelockert wird. Das Werkstück lässt sich so bequem entnehmen. Das Ausgleichsstück bleibt in Position.
In die Vorderzange lassen sich auch große Platten einspannen.
Man spannt in die hintere Bankzange eine kurze Leiste als Auflage.
Man sollte große Werkstücke so in die vordere Bankzange (Vorderzange) einspannen, dass ca. Dreiviertel der Spannbacke Pressdruck ausübt. Spannt man nur einseitig ein, führt das zum Verbiegen der Mechanik.

4. Ergonomie

An der Hobelbank arbeiten Sie mit Körpereinsatz. Deshalb sollten sich Werkzeuge bequem einsetzen lassen. Achten Sie darauf, dass die Arbeitshöhe auf Ihre Körpergröße abgestimmt ist. Wie Sie die passende Arbeitshöhe für sich selbst herausfinden, habe ich in diesem Blog in einem anderen Artikel beschrieben („Die passende Arbeitshöhe bei Hobelbänken“).

Ein Anhaltspunkt für die Wahl der Arbeitshöhe bei der Hobelbank ist die Höhe des eigenen Handgelenks. Man stellt sich gerade neben die Hobelbank und lässt die Arme locker herunterhängen. Die Höhe des Handgelenks zeigt uns eine gute Arbeitshöhe für Hobelarbeiten. Werkstückdicke und die Höhe des Hobelgriffs sollten von der ermittelten Arbeitshöhe abgezogen werden. So kommt man auf die Höhe der Hobelbankplatte.

Ist man Linkshänder, sollte die Hinterzange auf der linken und die Vorderzange auf der rechten Seite sitzen.

5. Gutes Design

Viele Schreibtischtäter suchen heute einen Ausgleich zur Büroarbeit in ihrem Holzhobby. Die Werkstatt wird zum Wohlfühlort. Mit ihrem wuchtigen Aussehen, den schweren Mechaniken und der meist geölten Massivholzoberfläche sorgen Hobelbänke für eine inspirierende Atmosphäre.

Spüren Sie bei der Auswahl einer Hobelbank ruhig in sich hinein und fragen Sie sich: Gefällt mir die Hobelbank auch vom Äußeren, und passt sie zur übrigen Werkstatteinrichtung dazu?

6. Orientierung in Holzbearbeitungskursen

Den umfassendsten Eindruck von einer Hobelbank bekommen Sie, wenn Sie praktisch daran arbeiten und erleben, was alles möglich ist. Hier bieten Holzbearbeitungskurse eine gute Gelegenheit.  In meinen Kursen in Nürnberg stehen eine französische Hobelbank, mehrere Unterrichtshobelbänke mit insgesamt 16 Arbeitsplätzen und 3 Tischhobelbänke zur Verfügung (www.kurswerkstatt-nuernberg.de).

In meinen Holzbearbeitungskursen in der KursWerkstatt Nürnberg stellt man an der Hobelbank klassische Massivholzverbindungen her.

An einer gut funktionierenden Hobelbank arbeitet man gerne und bleibt gut motiviert für weitere  Projekte.


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Die passende Arbeitshöhe bei Hobelbänken

Da an der Hobelbank noch viel mit Körpereinsatz gearbeitet wird, spielt die richtige Arbeitshöhe eine wichtige Rolle. Je besser man die Arbeitshöhe auf die eigene Körpergröße und den jeweiligen Arbeitsgang abstimmt, desto effektiver setzt man seine Kraft ein. Zum Hobeln benötigt man beispielsweise eine niedrigere Arbeitshöhe als für feine Arbeiten mit der Japansäge. Findet man für sich die passende Arbeitshöhe heraus, spart man Kraft und hält länger durch. Zudem gelingen die Werkstücke besser, wenn man in der richtigen Körperhaltung arbeitet.

Die Ermittlung der Arbeitshöhe

Die Arbeitshöhe bei meiner großen Hobelbank ist angepasst für das Arbeiten mit europäischen Holzhobeln unter Berücksichtigung meiner Körpergröße von 180 cm. Wenn Sie kleiner oder größer sind als ich, brauchen Sie wahrscheinlich eine andere Arbeitshöhe. Diese lässt sich mit folgender Methode ermitteln:

  1. Aufgerichtet stehen und die Arme lose herunterhängen lassen.
  2. Die Höhe der Arbeitplatte sollte der Höhe des Handgelenks entsprechen. Das sind bei mir 96 cm.
  3. Davon ziehe ich einen Abstand von 6 cm ab, welche meine Hand im Durchschnitt von der zu hobelnden Fläche hat.
  4. Zudem ziehe ich noch eine durchschnittliche Werkstückdicke von 3 cm ab. Es spielt also auch eine Rolle wie dick meine Werkstücke im Durchschnitt sind.
  5. Auf diese Weise erhalte ich eine Arbeitshöhe von 87 cm für Arbeiten mit europäischen Handwerkzeugen.
Ein Anhaltspunkt für die Wahl der Arbeitshöhe bei der Hobelbank ist die Höhe des eigenen Handgelenks.
Bei der Raubank liegt der Griff um die Höhe des Hobelkörpers über der zu bearbeitenden Fläche. Die Arbeitshöhe sollte entsprechend niedriger gewählt werden.
Beim Stahlhobel liegt der Griff nur um die Dicke der Stahlsohle über der zu bearbeitenden Fläche. Arbeitet man bevorzugt mit Stahlhobeln, wählt man die Arbeitshöhe um 5 – 10 cm höher als wenn man mit europäischen Holzhobeln arbeitet.

Keine Methode ist immer gültig. Wenn es um den menschlichen Körper geht, gibt es kein Schema F. Die Arbeitssituation ist erst dann in Ordnung, wenn Sie Sich bei der Arbeit dauerhaft wohl fühlen. Seien Sie kreativ und experimentierfreudig und geben Sie Sich nicht vorzeitig mit halben Lösungen zufrieden.

Die Höhe anpassen

Hat man eine Höhe festgelegt, kann das nur eine Kompromisslösung sein. Die richtige Arbeitshöhe variiert je nach Art der Arbeit und der Werkstückdicke. Eine Anpassung der Arbeitshöhe ist oft erforderlich. Dies kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Hier einige Beispiele:

Erfordert das aktuelle Projekt eine niedrigere Arbeitshöhe, stellt man sich auf ein Podest. In unserem Beispiel kommt das Untergestell eines alten Büro Sideboards zu Einsatz.
Diese kleine Tischhobelbank fixiert man auf der Arbeitsfläche mit zwei Schraubzwingen. Sie steigert die Arbeitshöhe um 15 – 18 cm. Diese kleine Hobelbank verfügt über eine stabile Bankzange und Löcher zur Aufnahme von Bankhaken. So bietet sie gute Spannmöglichkeiten in erhöhter Position. Für viele feine Arbeiten ist dies der passende Arbeitsplatz.
Vor allem für Holzbearbeiter, welche größer als 1,90 Meter sind, ist die Arbeitshöhe der im Handel angebotenen Hobelbänke zu niedrig. Hier sorgen untergelegte Kanthölzer für Abhilfe. Man befestigt sie mit zwei Schrauben und hat so eine stabile, dauerhafte und dazu noch preisgünstige Lösung.

Aktiv werden

Wichtig ist zu reagieren. Fühlt sich ein Arbeitsgang unbequem an, sollte man nach der Ursache suchen. Oft ist es die falsche Arbeitshöhe. Hier lohnt es sich fast immer Maßnahmen zu ergreifen. Zu unangenehm sind die Konsequenzen, wenn man nichts tut: Rückenschmerzen, langsamer Arbeitsfortschritt, vorzeitige Ermüdung und schlechtere Qualität des Arbeitsergebnisses.

Unterschiedliche Arbeitshöhen je nach Art der Arbeit

Die Arbeitshöhe hängt nicht nur von der Körpergröße oder der Werkstückdicke ab, sondern auch von der Art der Arbeit. Will man beispielsweise die Fläche eines rohen Bretts plan hobeln ist einiger Krafteinsatz nötig. Diese Arbeit erfordert eine niedrige Arbeitshöhe. Schneidet man feine Holzverbindungen mit einer Japansäge an, sollte man eine größere Arbeitshöhe wählen. Hier einige Beispiele für unterschiedliche Arbeiten:

Arbeitshöhe beim Hobeln

Soll viel Material abgenommen werden, arbeitet man nicht nur aus den Armen heraus, sondern man bezieht den ganzen Körper mit ein. Wenn ich beispielsweise rohe Bretter abrichte, arbeite ich gerne direkt auf der Arbeitshöhe meiner großen Hobelbank.

Kraftvolles Hobeln ist in niedriger Arbeitshöhe empfehlenswert.

Arbeitshöhe beim Sägen

Arbeitet man mit europäischen Gestellsägen, ist eine niedrige Arbeitshöhe empfehlenswert. Durch die Art, wie man die Gestellsäge greift kommt das Handgelenk auf eine höhere Position. Man sollte das Werkstück nahe an der Stelle einspannen, an der man sägt, um Vibrationen zu vermeiden. Im Fall der europäischen Gestellsäge ist die hintere Bankzange einer französischen Hobelbank ideal.

Japanische Handsägen erfordern einen geringeren Kraftaufwand. Dafür spielt aber die Hand-Auge-Koordination eine größere Rolle. Hier kommt die Tischhobelbank zum Einsatz. Mit ihr lassen sich die Werkstücke je nach Bauart 15-18 cm höher einspannen.

Beim Anschneiden von Holzverbindungen mit der Japansäge ist eine gute Hand-Auge-Koordination wichtig. Ist das Werkstück in der Tischhobelbank eingespannt, habe ich die Linie, an der ich schneide, optimal im Blickfeld.
Arbeitet man mit europäischen Gestellsägen, ist eine niedrige Arbeitshöhe empfehlenswert. Durch die Art wie man die Gestellsäge greift, kommt das Handgelenk auf eine höhere Position.

Arbeitshöhe beim Stemmen

Die passende Arbeitshöhe für Stemmarbeiten variiert je nach Art der Arbeit. Das Herausarbeiten von großen Zapfenlöchern ist eine Arbeit, welche viel Kraft erfordert. Sie sollte eher auf einer niedrigen Arbeitshöhe durchgeführt werden. So muss man die Arme nicht so hoch heben, wenn man mit dem Klöpfel zum Schlag ausholt und spart Kraft. Feinere Stemmarbeiten, wie das Einlassen von Beschlägen beispielsweise, sollte man auf einer größeren Arbeitshöhe durchführen. So gelingt die Hand-Auge-Koordination besser.

Das Ausstemmen eines Zapfenlochs in geringer Arbeitshöhe spart Kraft.
Zum Schleifen mit der Hand spannt man das Werkstück zwischen den Bankhaken ein. Ähnlich wie beim Hobeln schleife ich Massivholz gerne direkt auf der Fläche meiner großen Hobelbank (also auf der niedrigen Arbeitshöhe). So arbeite ich kraftvoll und mit dem Einsatz des gesamten Körpers. Schleifen in einer größeren Arbeitshöhe führt zu einer schnelleren Ermüdung der Armmuskulatur.
Beim Verleimen auf der Hobelbank sollte man die Arbeitsfläche schützen. Die Arbeitshöhe richtet sich nach dem jeweiligen Projekt.
Anreißen in größerer Arbeitshöhe auf der Tischhobelbank ist sinnvoll. Man sieht besser, was man macht und arbeitet so präziser.

Regeln für die Wahl der Arbeitshöhe bei Hobelbänken

  1. Je feiner eine Arbeit ist, desto größer sollte man die Arbeitshöhe wählen. Bei feineren Arbeiten ist eine Hand-Auge-Koordination sehr wichtig. So holt man sich die Arbeit näher ins Blickfeld.
  2. Man sollte die Arbeitshöhe so lange variieren, bis man bequem arbeiten kann. Die Reaktionen des Körpers sind Kommunikation. Mit Schmerzen sagt er: „Bitte ändere etwas. Das, was du gerade tust, schädigt mich auf die Dauer.“ Wie man die Arbeitshöhe verändern kann lesen Sie weiter oben im Kapitel „Die Höhe anpassen“.
  3. Man sollte die Dicke des Werkstücks bei der Wahl der Arbeitshöhe mit einbeziehen.
  4. Man sollte nicht über längere Zeit vornüber gebeugt arbeiten. Dadurch sind die Rückenschmerzen vorprogrammiert.

Urban woodworking  Tipp:

Schaffen sie sich lieber eine Hobelbank an, welche etwas niedriger ist. Für besondere Arbeiten lässt sie sich leicht höher setzen indem man Bretter oder Kanthölzer unterlegt. Kauft man die Bank zu hoch, ist es viel aufwändiger die Beine nachträglich zu kürzen.

Hobelbänke im Handbearbeitungskurs ausprobieren

Im Kursraum der KursWerkstatt Nürnberg stehen Hobelbänke in unterschiedlicher Arbeitshöhe zur Verfügung. Vor der Anschaffung einer Hobelbank hat man die Gelegenheit unterschiedliche Arbeitshöhen auszuprobieren. Ich stehe in den Kursen auch gerne für Fragen rund um die Arbeitshöhe zur Verfügung. (www.kurswerkstatt-nuernberg.de)

In den Handbearbeitungskursen der KursWerkstatt Nürnberg hat man die Möglichkeit die Vorteile einer größeren Arbeitshöhe einmal auszuprobieren. Die Tischhobelbank bietet hierzu vielfältige Spannmöglichkeiten. In den Löchern mit 19 mm Durchmesser lassen sich Bankhaken und anderes Zubehör der Firma Veritas einsetzen.

Meiner Erfahrung nach ist die Wahl der passenden Arbeitshöhe ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Arbeit an der Hobelbank. Es lohnt sich immer die passende Arbeitshöhe für jeden Arbeitsgang einzuhalten. Man fühlt sich nicht nur wohler bei der Arbeit, sondern erzielt zudem noch bessere Ergebnisse.

Weiterer Artikel zum Thema Hobelbank: „Merkmale von guten Hobelbänken

Weiterführende Fachliteratur:

Ein empfehlenswertes Buch über Hobelbänke ist das Buch „Hobelbänke“ von Christopher Schwarz. Im Buch finden Sie unter anderem 9 Baupläne für erprobte Hobelbänke.

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Schärfen mit japanischen Wassersteinen

Arbeitet man auf  kleinem Raum sind Wassersteine die geeigneten Schärfmittel. Sie entsprechen wichtigen Anforderungen für das handwerkliche Arbeiten in der eigenen Wohnung: Sie sind geräuscharm, produzieren keinen Staub und erfordern nur wenig Lagerplatz. Auf japanischen Wassersteinen lassen sich sowohl Messer als auch Holzbearbeitungswerkzeuge schärfen. So bieten sie einen Doppelnutzen.

Ein japanisches Hobeleisen…
…wird geschärft.
Das Schärfen auf Wassersteinen hat in Japan eine lange Tradition.

 

 

 

 

Auch Küchenmesser lassen sich auf Wassersteinen optimal schärfen.

Wassersteine und Trockenschleifmaschinen – ein Vergleich

Verglichen mit handelsüblichen Trockenschleifmaschinen vermeidet man Lärm und Funkenflug, wenn man Wassersteine einsetzt. Trockenschleifmaschinen tragen verglichen mit Wassersteinen wesentlich mehr Stahl pro Schärfgang ab. Bei Wassersteinen hingegen ist der Materialabtrag gering. So verlängert sich die Lebensdauer der Werkzeuge erheblich.

Die runden Schleifsteine der Trockenschleifmaschine hinterlassen einen Hohlschliff an der Fase von Stemm- und Hobeleisen. Schärft man auf Wassersteinen bleibt die Fase gerade und die Schneide wird stabiler.

Die hohe Drehzahl der Trockenschleifmaschinen führt schnell zu großer Wärmeentwicklung durch Reibung. Man läuft Gefahr den Stahl zu überhitzen. Die überhitzten Bereiche verlieren ihre Festigkeit und müssen komplett weggeschliffen werden. Beim Schärfen auf Wassersteinen ist ein Überhitzen ausgeschlossen.

Handelsübliche Trockenschleifmaschinen laufen mit hoher Drehzahl. Dies kann zu einem ungewollten Ausglühen der Schneiden führen.
Dieses Stemmeisen weist einen ausgeglühten Bereich auf, welcher sich an der dunklen Färbung erkennen lässt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei hochwertigen Trockenschleifmaschinen ist die Drehzahl reduziert, was die Ausglühgefahr verringert. Doch die anderen Nachteile wie Hohlschliff und ein hoher Abtrag des Materials bleiben. Trockenschleifmaschinen haben nur den Vorteil des schnelleren Arbeitens. Soll in kurzer Zeit viel weggeschliffen werden, hat man gegenüber Wassersteinen einen Zeitvorteil.

Eine typische Grundausstattung: ein 220er Stein, ein Kombistein 1000/6000er Körnung und ein Kombistein 3000/8000er Körnung.
Die abgebildeten Steine stammen von der Firma Magma Tools aus Österreich.

Runterkommen und entschleunigen

Indem man seine Handwerkzeuge für Holz und auch seine Küchenmesser von Hand schärft, bekommt man einen tieferen persönlichen Bezug zu seinen Werkzeugen. Schärfen von Hand ist eine ruhige und geräuscharme Tätigkeit, welche mit Muskelkraft erfolgt. Man lässt die Hektik des Alltags hinter sich und gewinnt Abstand.  Schärfen auf Wassersteinen kann zu einer meditativen Übung werden. Dann sind rasiermesserscharfe Messer und Holzbearbeitungswerkzeuge schon fast nur noch  eine angenehme Zugabe.

Man fast die Ecke einer Fichtenleiste ab.
Der Schärfetest ist bestanden, wenn keine Ausrisse sichtbar sind.

Schärfkurs in der KursWerkstatt Nürnberg

In meinem Kurs „Werkzeuge schärfen von Hand auf japanischen Wassersteinen“ lernen Sie, Ihre Werkzeuge selbst zu schärfen. Gerne können Sie auch Ihr eigenes Werkzeug zum Schärfen mitbringen.
Aktuelle Kurstermine unter www.kurswerkstatt-nuernberg.de

Ein europäisches Stemmeisen der Marke ECE wird auf einem 6000er Stein abgezogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Fachliteratur:

Ein gutes Buch zum Thema Schärfen ist das „Handbuch Schärfen“ von Ron Hook. Behandelt werden verschiedene Schärfmethoden. Der Inhalt geht weit über das Themenfeld „Japanische Wassersteine“ hinaus.

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Holzbearbeitungskurse mit Handwerkzeugen in der KursWerkstatt Nürnberg

Wer in die Handbearbeitung von Holz einsteigt, beginnt mit einem Lernprozess. Und dieses Lernen hört nicht mehr auf. Im handwerklichen Tun passieren Fehler. Man schaut nach der Ursache und findet Wege, es besser zu machen.

Immer wieder beobachte ich, wie am Anfang teure Fehler gemacht werden: Man kauft sich scheinbar preisgünstiges Werkzeug oder startet mit einem viel zu schwierigen Projekt und scheitert dann.

Wer sich den Einstieg erleichtern und teure Fehler vermeiden will, sucht sich jemanden, der grundlegende Informationen und praktische Anleitung bieten kann.

Exaktes Anzeichnen des Sägeschnitts auf dem Material: Dies ist die Basis für erfolgreiches Arbeiten und wird in meinen Kursen geübt.
Im Kurs beginnt man mit einer Sägeübung. In einem ersten Schritt überträgt man die Zeichnung für die Sägeübung vom Plan aufs Material.

Holzkurse bieten solides Grundwissen

In meinen Holzbearbeitungskursen erhalten Sie sowohl theoretisches Wissen als auch eine ganz praktische Anleitung, wie Sie die Werkzeuge richtig anwenden. Auf diese Weise erhalten Sie ein solides Fundament.

Dabei decke ich unterschiedliche Bereiche ab:

Ich vermittle Kenntnisse über die Werkzeuge, deren Pflege und das Schärfen. Denn scharfe und gebrauchsfähige Werkzeuge sind die Grundvoraussetzung der Handbearbeitung von Holz. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die richtige Anwendung der Werkzeuge. Handbearbeitung gelingt erst richtig, wenn man die richtigen Arbeitstechniken kennt und beherrscht. Diese Arbeitstechniken erlernen Sie in meinen Kursen, und üben diese ein. Außerdem biete ich Kurse an, in denen Sie die wichtigsten Holzverbindungen kennenlernen und deren Anfertigung einüben können.

Gerade sägen zu lernen ist einer der ersten wichtigen Schritte.
In den Kursen lernt man die verschiedenen europäischen und japanischen Handwerkzeuge kennen.

Kursthemen der KursWerkstatt Nürnberg:

  • Werkzeuge schärfen von Hand auf japanischen Wassersteinen
  • Klassische Holzbearbeitung mit Handwerkzeugen (europäisches und japanisches Werkzeug)
  • Klassische Holzverbindungen mit Handwerkzeugen – Schlitz und Zapfen
  • Klassische Holzverbindungen mit Handwerkzeugen – Die Schwalbenschwanzverbindung
  • Einführung in die japanische Holzbearbeitung
Erst mit scharfem Werkzeug lassen sich präzise Ergebnisse erzielen.
Für die Anwendung der Handwerkzeuge ist die richtige Arbeitstechnik wichtig.

Alle Kurse sind für Anfänger geeignet und behandeln jeweils einen thematischen Schwerpunkt. Die Teilnehmeranzahl ist so ausgelegt, dass ich jeden Kursteilnehmer persönlich gut unterstützen kann. Der Einstieg in das Thema „Handbearbeitung“ ist mit jedem Kurs möglich. Wer alle diese Kurse absolviert, erwirbt sich grundlegende Kenntnisse in der Handbearbeitung von Holz.

Aktuelle Kurstermine und weitere Infos unter www.kurswerkstatt-nuernberg.de

Sind alle Grundlagen gelegt kann man passgenaue Holzverbindungen herstellen.
Die Belohnung für alle Lernbemühungen sind handgefertigte Massivholzverbindungen, welche präzise passen.

Wenn Sie sich für Holz-Fachbücher interessieren, werfen Sie auch mal einen Blick auf unsere Bücher-Seite.

Japanisches Handwerkzeug – ideal für Holzarbeiten im Wohnzimmer

Wer Holzarbeiten in seiner Wohnung machen möchte, dem lege ich den Einsatz von japanischem Handwerkzeug ans Herz: Handwerkzeuge sind viel leiser als Handmaschinen, und es entsteht kein Feinstaub. Weil japanische Sägen auf Zug arbeiten, entstehen viel geringere Schnittkräfte wie bei europäischen Sägen. Das heißt, man benötigt für die Arbeit keine große, massive Hobelbank.

Arbeitsweise mit japanischem Handwerkzeug

Arbeitet man so wie in Japan üblich, nimmt man zwei kleine Arbeitsböcke. Traditionell arbeitende japanische Schreiner sitzen bei der Arbeit. Sie halten ihre Werkstücke mit dem Fuß oder mit den Händen fest, während sie diese bearbeiten. Sind die Werkstücke kürzer, arbeitet man sitzend an einem Hobelbrett.

Das Hobelbrett ist ein Arbeitsplatz für verschiedene Arbeiten. Sägen, stemmen und hobeln sind dort gleichermaßen möglich.
Japanische Schreiner arbeiten auf niedrigen Holzböcken auf dem Boden.

Wem die Arbeit am Boden zu unbequem ist, arbeitet an einem stabilen Tisch oder einer kleinen Hobelbank. Wahlweise hält man das Werkstück an kleinen Vorrichtungen mit der Hand fest oder man verwendet Schraubzwingen. Auch für die stehende Arbeitshaltung benötigt man nur eine leichtere Ausrüstung, wenn man japanische Handwerkzeuge einsetzt.

An Hobelbänken lassen sich japanische Handwerkzeuge sehr gut einsetzen. Für das eigene Wohnimmer gibt es schöne kleine Hobelbänke, die auch als Möbelstück sehr attraktiv sind.

Japanische Stemmeisen setzt man ebenfalls auf Arbeitsböcken oder dem Hobelbrett ein. Sowohl bei der Arbeit in der Bodenposition als auch bei der stehenden Arbeitsweise sollte man darauf achten, dass die Arbeitsunterlage nicht nachfedern kann. Sonst geht viel von der Schlagenergie verloren.

Den japanischen Hobel zieht man über das Werkstück. Für kleinere Werkstücke ist das Hobelbrett ideal. Eine kleine Hobelbank ist aber ebenso möglich.

Wer Interesse hat, die Arbeitstechniken der Handbearbeitung zu erlernen, kann dies z. B. in meinen Handbearbeitungskursen in Nürnberg tun. Alle Themen und Infos zu den Kursen unter www.kurswerkstatt-nuernberg.de.

Weitere Artikel zur Holzbearbeitung mit japanischem Handwerkzeug:

Eine Buchempfehlung zur japanischen Holzbearbeitung

In Toshio Odates Buch „Die Werkzeuge des Japanischen Schreiners“ findet man die Beschreibung und Anwendung der grundlegenden Werkzeuge. Zudem beschreibt er den Arbeitsplatz auf dem Boden. Das Buch ist 1984 in den USA erstmals erschienen und ist noch immer das unangefochtene Standardwerk über japanische Holzbearbeitung.

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