Lagerkisten für Nuthobel mit Deckel und Stapelfunktion

Mit diesem Artikel bringe ich eine längere Artikelserie zum Abschluss. Diese Artikelserie zeigt den Bau von Lagerkisten für meine beiden Nuthobel. In den vorangegangenen Artikeln habe ich die Lagerkisten bereits gebaut, geschliffen und geölt. Auch die Anfertigung der Deckel finden Sie dort. Nun, in diesem letzten Teil dieser Serie, zeige ich wie die Nuthobel in ihr neues Zuhause einziehen. Außerdem sehen Sie das Zuordnungssystem der Halteleisten. Am Ende des Artikels verlinke ich alle Artikel, in denen Sie die Entstehung des Projekts verfolgen können.

Diese Artikelfolge können Sie neben dem Bau von Lagerkisten auch als kleinen Lehrpfad für den allgemeinen Möbelbau nutzen.

Der zweite Ölauftrag bei den Deckeln ist inzwischen ausgehärtet. So sind diese nun bereit für den Zusammenbau.

Zusammenbau der Deckel

Bevor die Nuthobel einziehen können, muss ich erst die Deckel wieder zusammenbauen. Denn vor dem Ölauftrag hatte ich von den Kistendeckeln die Halteleisten weggeschraubt. Doch inzwischen ist das Leinöl gut durchgehärtet. Diese schraube ich jetzt wieder an ihre alte Stelle. Aufgrund meiner Markierungen finde ich sofort den Platz, an den die jeweilige Leiste gehört. Nun zahlt sich aus, dass ich jede Leiste und auch die  Deckel mit Markierungen versehen habe. Endlich sind die Lagerkisten für meine Nuthobel einsatzbereit!

Ich muss die Halteleisten wieder befestigen.
Sowohl die Leisten als auch die Deckel habe ich vor dem Ölen markiert.
Ich suche die alten Schraubenlöcher und …
… schraube die Leisten fest.

Stapelfunktion der Lagerkisten

Die Stapelfunktion ermöglicht eine platzsparende Aufbewahrung. Lagert man Kisten hingegen einzeln im Regal, verliert man Platz. Und zwar zumindest die Stärke eines Fachbodens und meist auch zwei oder drei Zentimeter zwischen der Kiste und dem darüber liegenden Fachboden. Auf den unteren Deckel sind von oben und unten Leisten aufgeschraubt. Diese verbinden die beiden aufeinander gestapelten Kisten miteinander, so dass sie nicht verrutschen.

Der Deckel auf der oberen Kiste dient nur als Staubschutz.
Der untere Deckel hat auf der Ober- und der Unterseite Halteleisten. So verklammert er beide Kisten, wenn sie übereinander gestapelt sind.

Betonte Fuge

Der untere Deckel sorgt für eine betonte Fuge zwischen den beiden Kisten. So ist auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich um zwei einzelne Kisten handelt. Betonte Fugen haben zudem gegenüber bündigen Fugen den Vorteil, dass kleine Maßunterschiede oder ein leichtes Verrutschen nicht sofort ins Auge fallen.

Eine betonte Fuge sorgt für eine optische Trennung…
…zwischen den beiden Kisten.

Leinöloberfläche

Die Leinöloberfläche sorgt für einen warmen Farbton. Auf diese Weise sind Lagerkisten entstanden, welche auch im Wohnraum eine angenehme Optik bieten.

Die Bewohner der Kisten ziehen ein

Ich konnte zwei gebrauchte Nuthobel günstig erwerben. Dies war der Anlass, überhaupt die Lagerkisten zu bauen. Jetzt haben die Nuthobel einen festen Lagerplatz und sind vor Staub geschützt.

Der Hobel sollte sich bequem in die Kiste legen lassen. Deswegen habe ich umlaufend zur Kistenwand ca. 1 cm Luft gelassen.
Nuthobel in der Kiste
Nuthobel

Folgende Arbeitsschritte für den Bau der Kisten sind bereits in diesem Blog zu sehen:

Nutzen Sie die aufgeführten Artikel auch als fortlaufende Anleitung für den Möbelbau!

In den genannten Artikeln finden Sie die Themenbereiche Eckverbindungen, Verleimen von Korpussen, richtiges Schleifen und die Oberflächenbehandlung mit Leinöl. Jedes dieser Themenfelder wird ausführlich besprochen. Nur der Artikel „Deckel für eine Holzkiste bauen“ tanzt hier aus der Reihe. Er ist nur von Nutzen, wenn man eine Holzkiste bauen will.

So schleifen und ölen Sie eine Stemmeisenbox

Wenn Sie eine Stemmeisenbox selber gebaut haben, müssen Sie diese zum Schluss noch an der Oberfläche behandeln. Ich erkläre in diesem Artikel, wie Sie die Stemmeisenbox richtig schleifen und ölen.

In diesem Artikelprojekt schleife ich die Oberfläche sauber und behandle dann das ganze Werkstück mit Leinöl. Wollen Sie die Stemmeisenbox in einem geschlossenen Schrank aufbewahren, sollten Sie Möbelwachs dem Leinöl vorziehen. Denn in geschlossenen Schränken härtet Leinöl nicht richtig aus und riecht noch einige Jahre lang. Mehr zum Ölen von Werkzeugkisten finden Sie hier.

Schleifen der Stemmeisenbox

Ich schleife die Kanten und die Außenseite des Korpus bis 220er Körnung. Den Innenbereich befreie ich bloß von Leimresten. Das Besondere am Schleifen dieser Stemmeisenbox ist, die Halteleisten zu schleifen. Es geht hierbei speziell um sauberes und gleichmäßiges Schleifen von Rundungen und engen Schlitzen. Dazu finden Sie weiter unten im Artikel passende Arbeitstechniken. Mehr zum richtigen Schleifen mit Handmaschinen finden Sie hier.

Mehr zum richtigen Schleifen mit der Hand finden Sie hier.

Getriebeexzenterschleifer beim schleifen einer Holzkiste
Mit dem Getriebeexzenterschleifer lassen sich die Flächen zügig sauber schleifen. Empfehlenswert ist bis Körnung 220 zu schleifen.
Schwingschleifer beim schleifen einer Korpuskante
Die Kanten schleife ich mit einem leichten Schwingschleifer.

 

Die Rundungen der Halteleiste schleife ich mit Handschleifpapier. Ich verwende ein Stück Massivholz, welches ich an der Kante mit dem Handhobel gerundet habe.

Schleifklotz für konkave Flächen auf einer Halteleiste
Die Rundungen der Halteleiste schleife ich mit Handschleifpapier. Ich verwende ein Stück Massivholz, welches ich an der Kante mit dem Handhobel gerundet habe.
Schleifklotz für konkave Flächen mit Schleifpapier
Das Handschleifpapier ziehe ich beim Schleifen fest über die gerundete Kante.
Korkschleifklotz mit Schleifpapier neben Holzkiste
Mit einem Schleifklotz und 80er Papier runde ich alle Kanten. Für eine feinere Oberfläche schleife ich die Kanten mit 150er Papier fertig.
Aussparungen mit Handschleifpapier schleifen
In schmalen Aussparungen schleife ich mit einem gefalteten Stück Handschleifpapier.

Schleifen von sehr schmalen                         Aussparungen

Wenn ich in sehr schmalen Aussparungen schleifen muss, verwende ich gerne Schleifscheiben für Handschleifmaschinen, weil ich sie nicht falten muss. Eine Schleifscheibe knickt auch ungefaltet nicht ab. Schon ein einfach gefaltetes Schleifpapier ist dicker als eine Schleifscheibe.

vier verschiedene Maschinenschleifscheiben für Holz
Wenn ich in sehr schmalen Aussparungen schleifen muss, verwende ich gerne Schleifscheiben für Handschleifmaschinen, weil ich sie nicht falten muss.

Die Stemmeisenbox ölen

Vor dem Auftrag des Leinöls schraubt man die Stützleisten heraus und ölt sie einzeln. Nach dem Ölen lagere ich die Teile ebenfalls auf Leisten zum Trocknen.

Mehr zur Verarbeitung von Leinöl finden Sie hier.

Sicherheitshinweis: Es besteht Brandgefahr, weil Lappen, Schleifpads, Pinsel und ölgetränkter Schleifstaub selbstentzündlich sind. Deswegen sollten Sie diese nach Gebrauch umgehend aus dem Haus bringen!

Stemmeisenbox mit ausgebauten Halteleisten
Zum Auftrag des Leinöls schraube ich die Stemmeisenbox wieder auseinander.
Stemmeisenbox mit Halteleisten leer
Fertige Werkzeugkiste ohne Bestückung mit Stemmeisen
Stemmeisenbox mit sechs Stemmeisen
Fertig geölte Stemmeisenbox wartet auf ihren ersten Einsatz.

Vorzüge einer natürlichen Oberflächenbehandlung

Besonders bei Werkzeugkisten verwende ich gerne Leinöl oder Möbelwachs, weil man diese Kisten immer wieder anfassen und herumheben muss. Ich fasse einfach gerne natürliche Holzoberflächen an. Zudem lassen sich gewachste und geölte Holzoberflächen immer wieder partiell ausbessern. Kleine Kratzer oder Dellen schleife ich einfach weg, ohne die Stemmeisenbox komplett abzuschleifen. Nur die ausgebesserte Stelle behandle ich wieder neu mit Wachs oder mit Leinöl.

Nun ist die Stemmeisenboxen fertig für den Einsatz. Ein weiterer Schritt für die Ordnung in der Werkstatt ist gemacht. Ich hoffe, dass dieser Artikel auch Sie inspiriert hat, eine solche Box für Ihre Stemmeisen zu bauen.

Weitere Artikel

Fachliteratur

Wenn Sie sich für Fachliteratur interessieren, werfen Sie doch auch einen Blick auf unsere Bücherseite.

Stemmeisenbox mit Halteleisten ausbauen – eine Anleitung

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, wie Sie eine Stemmeisenbox mit Halteleisten ausbauen. Ich verwende dazu die Box aus dem Artikel „Eine Stemmeisenbox selber bauen – eine Anleitung“. Die zu lagernden Stemmeisen sollen darin Halt finden und sich bequem entnehmen lassen. Wir werden drei verschiedene Halteleisten herstellen und diese dann in die Box einbauen.

Drei Halteleisten für die Stemmeisen

In der Box lagern die Stemmeisen am Ende auf drei Halteleisten:  Eine Leiste hält die Griffe, eine mittlere Halteleiste hält den Stemmeisenhals und eine Stützleiste verhindert ein Abkippen der Klingen. So werden die Stemmeisen am Verrutschen gehindert.  Außerdem liegen die Klingen separiert und können sich nicht gegenseitig beschädigen.

Die Stemmeisen werden von 3 Halteleisten gehalten.

Halteleisten mit Schraubverbindung

Die Halteleisten schraube ich durch den Kistenboden fest. Will ich in der Kiste einmal andere Werkzeuge lagern, schraube ich die vorhandenen Lagerleisten einfach heraus. Nun ist die Kiste wieder leer und kann neu gestaltet werden. Dies ist sehr hilfreich. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Denn immer wieder musste ich meine Werkzeugkisten umbauen. Dies war meistens der Fall, wenn ich neues Werkzeug angeschafft habe.

Leiste zur Lagerung der Griffe

Für die Lagerung der Griffe stelle ich eine Leiste mit halbrunden Aussparungen her. Dazu zeichne ich die Mittenabstände der Stemmeisen auf eine Leiste. Diese Leiste sollte doppelt so breit sein wie die Leiste, welche dann letztendlich in die Box eingebaut wird.

Mit einem Forstnerbohrer bohre ich zunächst Löcher mit einem Durchmesser von 35 mm. Anschließend halbiere ich die Leiste der Länge nach mit einer  Japansäge. Ich verwende dazu eine Ryoba, denn sie hat keine Rückenversteifung. Damit sind tiefe Schnitte möglich. Ich setze die Querschnittverzahnung ein. Die scharfen Sägezähne arbeiten mit sehr geringen Schnittkräften, womit ich Ausrisse vermeide.

Auf diese Weise entstehen zwei Leisten mit halbrunden Aussparungen, welche einen Durchmesser von 35 mm haben. So ist für die Griffe vieler gängiger Stemmeisen ausreichend Platz. Zwischen den Griffen bleibt eine Lücke von ca. 9mm. So lassen sich die Stemmeisen bequem greifen.

Wenn Sie die Stemmeisenbox mit Halteleisten ausbauen wollen, fertigen Sie als erstes eine Schnittzeichnung an und legen Sie die Maße in der Box genau fest. So finden Sie die exakten Bohrabstände.
Ich habe die Bohrpunkte auf der Leiste angezeichnet. Vor dem Bohren steche ich die Bohrung vor. So …
… findet die Zentrierspitze des Bohrers Halt, und …
… es wird leichter den Bohrpunkt exakt zu treffen.
Leiste, nachdem ich alle Löcher gebohrt habe.
Ich trenne die gebohrte Leiste mit einer Ryoba auf. Da die Ryoba keine Rückenversteifung hat, sind tiefe Schnitte möglich.
Aus einer gebohrten Leiste gewinne ich so zwei Halteleisten für die Stemmeisengriffe.

Einpassen der Leiste

Ich habe die Leiste etwas länger gelassen als nötig. Zum Einpassen der Leiste nehme ich direkt an der fertigen Box Maß. So kann ich sicher sein, dass die Leiste exakt in die Box passt. Zum auf Länge schneiden verwende ich die Dozuki.

Ich nehme direkt an der Box Maß.
Ich spanne die Leiste in die vordere Bankzange.
Mit der Dozuki schneide ich die Halteleiste auf Länge. Bitte nehmen Sie die Leiste zum Drchschneiden aus der Vorderen Bankzange und legen Sie eine Platte unter. So schützen Sie die Hobelbank vor Beschädigungen.

Höhenkorrektur der Leisten

Manchmal stelle ich später fest, dass die Halteleiste noch zu hoch ist. Dies korrigiere ich indem ich die Leiste mit der Japansäge schmäler schneide.

Mit dem Streichmaß reiße ich mir umlaufend die Sägefuge an.
Anschließend markiere ich mir die Sägefuge, indem ich mit einem spitzen Bleistift den Riss des Streichmaßes nachfahre.
Mit der Japansäge säge ich entlang der Markierung. Dabei drehe ich die Leiste immer so, dass ich von außen nach innen schneide.

Mittlere Halteleiste für die Stemmeisenhälse

Der Halsbereich hat je nach Breite der Schneide einen unterschiedlichen Durchmesser.  Daher passe ich die Aussparungen der mittleren Halteleiste an den Hals des jeweiligen Stemmeisens an. Die Aussparungen für den Stemmeisenhals halte ich eher eng. Die Stemmeisen sollen stabil in der Box liegen. Weder ein vorwärts oder rückwärts Rutschen noch ein seitwärts Rutschen sollte möglich sein. So ist ein Gegeneinanderschlagen der Eisen auch bei Erschütterungen ausgeschlossen. Die Stemmeisen sollten sich aber noch ohne zu klemmen entnehmen lassen. Überprüfen Sie, ob Sie richtig angezeichnet haben mit der schon fertigen Halteleiste für die Griffe. So sehen Sie mit einem Blick, ob Sie richtig angezeichnet haben.

Stützleiste für die Klingen

Die Klingen sollten flach auf der Halteleiste im Klingenbereich lagern. So sind Sie vor Schnittverletzungen durch ein versehentliches Hineingreifen in die Stemmeisenbox besser geschützt. Ich setze die Stützleisten ca. 80 mm von der Korpus Kante zurück. Schließlich werden die Stemmeisen im Laufe der Jahre durch das Schärfen kürzer. So liegen diese weiterhin auf der Stützleiste auf, auch wenn sie kürzer geworden sind.

Jeder Stemmeisenhals hat etwas andere Abmessungen. Darum sollte man jedes Eisen einzeln ausmessen.
Die Leiste habe ich bereits in die Stemmeisenbox eingepasst. Nun zeichne ich die Aussparung für den Stemmeisenhals genau an und …
… kreuze den Bereich an, welchen ich herausarbeiten will.
Mit einer Dozuki schneide ich die Aussparungen im 90° Winkel zur Leiste ein.
Bevor ich ganz runterschneide, spanne ich die Leiste schräg ein. Auf diese Weise schneide ich nicht so nah an der Platte der Hobelbank und vermeide es, versehentlich in die Platte zu schneiden.
Zum Ausstemmen spanne ich die Leiste auf eine Unterlage. Die Unterlage dient als Schutz für die Hobelbankplatte. Ich vermeide so, die Hobelbankplatte versehentlich mit dem Stemmeisen zu beschädigen.
Beim Einstemmen achte ich darauf, nicht auf ein Mal sehr tief in die Holzoberfläche einzuschneiden.
Ich hebe aus der Fläche nur einen dünnen Span ab. So arbeite ich mich langsam tiefer.
Auch beim tiefer Einstemmen lasse ich von der Fläche noch etwas stehen. Habe ich etwa die Hälfte der Materialdicke durchgestemmt, drehe ich das Werkstück um und stemme von der anderen Seite ganz durch.
Ich passe die Aussparung genau an die Form und die Abmessungen jedes Stemmeisenhalses an. Denn jedes Stemmeisen hat eine etwas andere Ausformung des Halses. Somit hat auch jede Aussparung ihre ganz eigene Form und Abmessung.
Scharfe Kanten breche ich mit Schleifpapier.

Sonderfall schmale Eisen

Schmale Eisen haben leichte Klingen. Der Griff hingegen ist meist ähnlich schwer wie bei den breiteren Eisen. Darum neigen sie zum Abkippen. Für diese Eisen fertige ich eine Extrastützleiste für den hinteren Griffbereich.

Der Stemmeisengriff ist im Verhältnis zur Klinge so schwer, dass das Eisen in der Stemmeisenbox nach hinten kippt.
Um auch schmale Eisen sicher zu lagern, baue ich eine Extrastützleiste für sie ein.

Befestigung der Halteleisten

Gehalten werden die Halteleisten durch Schrauben in der Größe 3,5 x 16. Die Verschraubung bohre ich  50 mm vom Kistenrand entfernt durch den Boden vor. Dann senke ich die Schraubenköpfe sorgfältig ein. Achten Sie darauf, die Schrauben nicht zu stark anzuziehen. Vor allem bei Sperrholzplatten aus Weichholz könnte das zu einer Schwächung der Verbindung führen, weil sich die Schraubenköpfe in die Fläche der Platte hineinziehen. Am besten zieht man die Schrauben vorsichtig von Hand fest.

Vorbohren bei dünnen und weichen Platten

Schrauben mit einem Gewindedurchmesser von 3,5 mm bohre ich mit einem 3,5er Bohrer vor. Damit missachte ich die Faustformel, welche lautet: „Für die Bestimmung des Bohrdurchmessers  beim Vorbohren von Schrauben rechnet man immer 0,5 mm zum Gewindedurchmesser der Schraube hinzu“.  Diese Regel beachte ich hier bewusst nicht, um die Platte nicht zu sehr zu schwächen. Bei derart dünnen und weichen Platten verklemmt sich die Schraube in der Bohrung nicht. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich der Schraubenkopf zu tief ins Material zieht und die Schraubverbindung kaum noch etwas hält. Dies gilt besonders für das 5 mm starke Pappelsperrholz, welches ich hier verwende.

Bevor ich den Boden der Stemmeisenbox durchbohre, lege ich ein Restholz unter. So vermeide ich Ausrisse auf der Unterseite.
Ich bohre die Schrauben durch die Bodenplatte mit einem Bohrer vor, welcher einen Durchmesser von 3,5 mm hat.
Senken Sie die Schraubenköpfe nur geringfügig ein, wenn Sie wie ich Pappelsperrholz verwenden. Das Material ist so weich, dass sich die Schraubenköpfe sehr leicht bündig versenken lassen. Senkt man zu tief, besteht die Gefahr des Ausreißens der Schraubverbindung.
Mit der linken Hand halte ich die Leiste, welche sich hier nicht sichtbar unter der Box befindet. Mit der Rechten steche ich durch die Bohrung ein Loch vor, in welches später die Schraube eingedreht wird. So gehe ich sicher, dass die Leiste auch exakt auf ihrer Position sitzt.
Mit dem Akkuschrauber sollten Sie die Schraube sehr langsam eindrehen. Wenn Sie zu ruckartig eindrehen, zieht sich der Schraubenkopf durch die Bodenplatte hindurch.
Sicherer ist es, wenn Sie die Schraube von Hand eindrehen.

 

Räumen Sie zum Abschluss die Stemmeisen in die Box ein. Überprüfen Sie vor der Behandlung mit Leinöl die Funktion der Box. Die Stemmeisen sollten sich ohne zu klemmen entnehmen lassen.

Nun ist die Stemmeisenbox funktionstüchtig. Wie man diese Box schleift und deren Oberfläche behandelt zeige ich in einem weiteren Artikel. Dieser wird in den nächsten Wochen erscheinen.

Weitere Artikel

Fachliteratur

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Eine Stemmeisenbox selber bauen – eine Anleitung

Vielleicht haben Sie sich neue Stemmeisen angeschafft und sind der Meinung, dass diese ein passendes Zuhause brauchen: Warum nicht eine Stemmeisenbox selber bauen? Diese sorgt für Ordnung in der Werkstatt und ermöglicht gleichzeitig einen schnellen Zugriff auf die Stemmeisen. Beim Transport der Stemmeisenbox sollen die Stemmeisen auf Abstand gehalten werden und so vor gegenseitiger Beschädigung geschützt sein. In diesem Artikel erfahren Sie, wie man solch eine Stemmeisenbox selber bauen kann.

Fertige Box ohne Halteleisten

Die Maße der Stemmeisenbox bestimmen

Stemmeisen sind in ihrer Länge und Breite sehr unterschiedlich. Japanische Stemmeisen beispielsweise sind ca. 220 mm lang, während es Stemmeisen westlicher Bauart auf 270 mm Länge bringen. Hier sind Spezialstemmeisen noch gar nicht berücksichtigt. Diese können noch deutlich länger sein. Nehmen Sie also Ihre Stemmeisen und messen sie deren Länge. Ebenfalls messen Sie den Durchmesser der Griffe. Nach diesen Maßen richten sich die Höhe und die Breite der Stemmeisenbox.

Vergessen Sie nicht, die Halteleisten und den Kistenboden bei der Berechnung der Höhe zu berücksichtigen (siehe Schnittzeichnung). Um ganz auf der sicheren Seite zu sein, gebe ich zur Oberkante der Kiste noch einmal ca. 10 mm Luft.

 

In der Schnittzeichnung legen Sie die Maße der Box genau fest. Die Zeichnung wurde im Maßstab 1:1 gezeichnet.
Zeichnung der Stemmeisenbox von oben, so wie ich sie für diesen Artikel gebaut habe. Ich habe hier im Maßstab 1:5 gezeichnet.

Das Material für die Stemmeisenbox

Wollen Sie eine Stemmeisenbox selber bauen, empfehle ich Ihnen Dreischichtplatten. Für die Stemmeisenbox in diesem Artikel verwende ich Fichte-Dreischichtplatten mit einer Materialstärke von 19 mm. Dreischichtplatten bestehen aus 3 Schichten Massivholz, welche kreuzweise verleimt sind. Dieser Plattenaufbau sorgt für eine höhere Eckstabilität als wenn Massivholz verwendet würde. Sowohl Dominodübel, Flachdübel als auch normale Runddübel finden mehr Halt in Dreischichtplatten. Massivholz ist nur dann stabiler als Dreischichtplatten, wenn man für die Eckverbindungen eine Fingerzinken- oder eine Schwalbenschwanzverbindung wählt.

Dreischichtplatten bestehen aus 3 Schichten Massivholz, welche kreuzweise verleimt sind.

Zuschnitt des Materials

Der Zuschnitt erfolgt bei mir auf der mobilen Tischkreissäge. In diesem Fall habe ich vor, gleich 5 Stemmeisenboxen auf einmal zu bauen, da ich eine ganze Reihe an neuen Stemmeisen unterbringen will.

Urban-Woodworking-Tipp:
Benötigen Sie in absehbarer Zeit mehrere Exemplare einer Stemmeisenbox, stellen Sie doch gleich eine größere Stückzahl auf einmal her. So müssen Sie nicht mehrmals den Arbeitsplatz auf- und abbauen und die Maschinen einstellen.

Bei mir ist bei kleinen Werkzeugkisten immer wieder Bedarf. Besonders Stemmeisenboxen sind schnell belegt. Schließlich finden immer wieder Flohmarktfunde spontan den Weg in meine Werkstatt. Kauft man Spezialeisen dazu, passen diese oft auch in die bereits vorbereiteten Boxen. Selbst Schraubendreher, Zangen und Messwerkzeuge haben das Format der hier gebauten Stemmeisenbox. Wird die Box dann überflüssig, weil man beispielsweise einen Werkzeugschrank baut, ist sie auch schnell wieder umfunktioniert (z.B. als Kleinteilelager).

Das Material habe ich auf einer mobilen Tischkreissäge zugeschnitten.
Das Material für 5 Stemmeisenboxen ist fertig zugeschnitten.

Bodennut fräsen

Der Boden der Stemmeisenbox wird umlaufend eingenutet. Die Nut fräse ich auf der stationären Oberfräse. Mehr zum Thema Oberfräse finden Sie hier. Dazu baue ich einen Scheibennutfräser ein. Alternativ lässt sich eine Bodennut auch auf einer Tischkreissäge einschneiden.

Fräsen der Bodennut auf der stationären Oberfräse.
Gefräst wird mit einem 5 mm Scheibennutfräser.

Die Eckverbindungen der Stemmeisenbox

Die Eckverbindungen habe ich mit der Dominofräse von Festool hergestellt. Zwei kleine Dominos (5 x 30) sorgen für eine stabile Verbindung.

Für die Verbindung der Ecken fräse ich zwei Dominos 5 x 30 ein.
Den Mittelpunkt der Fräsung lege ich 20 mm von der Kante entfernt. So passen beide Dominos gut nebeneinander, und der Abstand der Fräsung zur Kante ist groß genug. Fräst man zu nah an der Kante, riskiert man, dass ein Loch sichtbar wird, wenn man später schleift.
Ich spanne die Bauteile übereinander auf den MFT und fräse einmal waagerecht in die Kante …
… und einmal senkrecht in die Fläche. Das obere Bauteil steht um Materialstärke zurück. Ich gebe zur Materialstärke noch einen halben Millimeter hinzu, so dass die Kante des durchgehenden Bauteils leicht übersteht. So lässt sie sich später leichter schleifen.
Ich schneide die Rückwand so zu, dass sie sich in den Ecken nicht an die Dominos stößt.
Prüfen Sie, ob die Fräsung und die Breite der Rückwand passen, …
…indem Sie die Box ohne Leim zusammenstecken.

Die Stemmeisenbox verleimen

Die Besonderheit dieser Stemmeisenbox ist ihre geringe Höhe von nur 67 mm. Es ist daher schwierig, zwei Schraubzwingen anzusetzen. Ich habe dieses Problem gelöst, indem ich den Griff einmal nach rechts und einmal nach links gesetzt habe. So ließ er sich bequem umfassen und anziehen. Alle anderen Aspekte des Verleimens finden Sie hier.

„Warum bei diesem niedrigen Korpus vier Zwingen ansetzen?“ könnte man fragen. Reichen da nicht auch zwei? Ja, das funktioniert auch (siehe unten). Mir ist es jedoch wichtig, dass alle Fugen sicher dicht werden. Das geht besser mit zwei Druckpunkten pro Ecke.

Nach dem Zusammenstecken ohne Leim nehme ich die Einzelteile der Box wieder auseinander und lege sie geordnet auf den MFT, welchen ich mit Papier abgedeckt habe.
Die Schraubzwingen setze ich mit dem Griff einmal nach rechts und einmal nach links an. Den Korpus schütze ich vor Drückern mit Holzklötzchen, welche ich extra für dieses Projekt auf die passende Länge geschnitten habe.

Wenn nur zwei Schraubzwingen zur Verfügung stehen

Verfügen Sie nur über zwei geeignete Schraubzwingen, lässt sich die Stemmeisenbox dennoch  verleimen. In solch einem Fall legen Sie unter das Zulagenklötzchen an der Korpusoberkante einen dünnen Holzstreifen unter. Auf diese Weise drückt die Schraubzwinge sowohl auf die Ober- als auch auf die Unterkante, wenn man sie in der Mitte zwischen Ober- und Unterkante ansetzt.

Zur Oberkante hin klemmen Sie einen Holzstreifen unter die Zulage.
Die Schraubzwinge setzen Sie exakt in der Mitte zwischen Ober- und Unterkante des Korpus an.

Nun ist die Stemmeisenbox als solche fertig. Bevor Sie mit dem Innenausbau der Box beginnen, sollten Sie diese jedoch noch grob vorschleifen. Infos zum Schleifen finden Sie hier.

Weitere Artikel

Fachbuchtipp

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