Richtige Lagerung von japanischen Wassersteinen

In diesem Artikel erfahren Sie, wie man japanische Wassersteine richtig lagert.

Grundsätzlich gibt es zwei verschieden Arten der Lagerung: Zum einen permanent im Wasser und zum anderen trocken. Manche japanischen Wassersteine lassen sich jedoch nicht dauerhaft im Wasser lagern. Sie würden dabei Schaden nehmen. Achten Sie darum auf die Gebrauchsanweisung des Herstellers.

Meine eigenen Wassersteine vertragen eine dauerhafte Wasserlagerung. Ich lasse sie nie völlig austrocknen. Dies hat den Vorteil, dass sich kein Kalk im Stein einlagern kann. Lässt man die Steine nach jedem Gebrauch wieder austrocknen, bleibt der im Wasser enthaltene Kalk im Stein zurück. So sammelt sich immer mehr Kalk im Stein an, und dieser würde dann auf die Dauer in seiner Funktion beeinträchtigt.

Japanischer Wasserstein im Wasser Luftblasen
Sind Wassersteine ausgetrocknet, saugen sie sich voll Wasser, wenn man sie ins Wasser legt.

Wassersteine dauerhaft im Wasser lagern

Wenn Sie ihre Steine dauerhaft im Wasser lagern, sollten Sie darauf achten sie vor Lichteinfall zu schützen, da sich sonst Algen bilden. Achten Sie darauf, dass Ihre Lagergefäße nicht austrocknen. Lagern Sie Ihre japanischen Wassersteine auch nie bei Temperaturen unter null Grad. Die Steine würden durch die Eisbildung aufplatzen und unbrauchbar werden.

Ich empfehle Ihnen, für die Aufbewahrung Ihrer Wassersteine eine Kunststoffbox mit Deckel zu verwenden. Der Deckel verhindert das Verdunsten des Wassers und schützt Ihre Steine vor eindringendem Schmutz.

Wassersteine trocken lagern

Will man seine japanischen Wassersteine nach Gebrauch wieder austrocknen lassen, sollte man beim Schärfen destilliertes Wasser verwenden. Auch Regenwasser enthält keinen Kalk und kann verwendet werden. Vor dem Schärfen sollten Sie ihre Steine ca. 10 Minuten lang Wasser saugen lassen. Dann sind sie einsatzbereit. Bei feinen Abziehsteinen reicht auch ein Wässern von ca. 5 Minuten.

Für das trockene Lagern der japanischen Wassersteine empfehle ich Boxen, die sich staubdicht verschließen lassen.

 

Wasserstein in Wassergefäß
Vor dem Schärfen sollte sich der Stein voll Wasser saugen.
Wasserstein mit Ausbrüchen
Wassersteine sind bruchempfindlich.

Wassersteine sind bruchempfindlich

Vermeiden Sie ein Gegeneinanderstoßen von Wassersteinen. Die spröden Steine könnten ausbrechen. Wenn ich meine Steine transportiere, trenne ich sie mit einer Leiste. Wassersteine sollten auf keinen Fall auf den Boden fallen.

Weiterführende Artikel zum Thema Schärfen von Holzbearbeitungswerkzeugen auf diesem Blog:

Weiterführende Literatur:

Ein gutes Buch zum Thema Schärfen ist das „Handbuch Schärfen“ von Ron Hock. Behandelt werden verschiedene Schärfmethoden. Der Inhalt geht weit über das Themenfeld „Japanische Wassersteine“ hinaus.

Wenn Sie das Buch kaufen wollen, können Sie über untenstehenden Link die Amazon Produktseite aufrufen und darüber den Kauf tätigen. Damit unterstützen Sie unseren Blog .

Wassersteine abrichten (plan halten) und Kanten vor Ausbrüchen schützen

In diesem Artikel erfahren Sie, wie man japanische Wassersteine abrichtet, sie also plan hält. Außerdem erfahren Sie, wie Sie die Kanten der Wassersteine vor Ausbrüchen schützen. Dies zeige ich anhand praktischer Beispiele.

Wassersteine abrichten bzw. plan halten

Alle japanischen Wassersteine nutzen sich während des Schleifens in der Fläche ungleichmäßig ab. Diese Unebenheiten führen zu Fehlern beim Schleifergebnis. Ein krummer Stein sorgt beim Schärfen beispielsweise für Unebenheiten auf der Spiegelseite von Stemm- und Hobeleisen. Dulden Sie deshalb keine unebenen Steine!

Aus diesem Grund überprüfe ich regelmäßig während des Schärfens, ob der Stein noch eben ist. Stelle ich eine Unebenheit fest, richte ich den Stein wieder neu ab. Das Abrichten hat den positiven Nebeneffekt, dass dabei stumpfe Schleifkörner und Metallpartikel mit abgetragen werden. Der Stein ist dann nicht nur plan, sondern auch aggressiver, das heißt er schärft schneller.

Ich verwende zwei verschiedene Methoden, meine Steine abzurichten: Das Abrichten auf der Glasplatte, welche mit Schleifpapier belegt ist; und das Abrichten der feineren Steine am Schruppstein Körnung 220.

Abrichten auf einer Glasplatte oder einer anderen ebenen Unterlage

Zum Abrichten benötigen Sie eine ebene Unterlage. Dazu sind im Handel Glasplatten erhältlich, welche auf einem Kantholz montiert sind. Es geht aber auch jede andere stabile Glasplatte, die Sie gerade zur Hand haben. Ebenfalls möglich ist eine mit Kunststoff beschichtete Spanplatte, wenn sie eben ist.

Auf diesen ebenen Untergrund legt man ein Nassschleifpapier oder ein Schleifpapier für Holz. Ich selbst verwende Holzschleifpapier Körnung 100. Meist halte ich es nur mit der linken Hand fest und schiebe mit der Rechten den Stein darüber.  Ist einmal wirklich viel abzurichten, befestige ich das Schleifpapier mit einer Schraubzwinge auf dem Arbeitstisch. Dazu lege ich ein kurzes Kantholz auf den Arbeitstisch, das Schleifpapierende lege ich darauf. Darauf lege ich ein weiteres identisches Kantholz und fixiere den ganzen Aufbau mit einer Schraubzwinge am Arbeitstisch.

In den meisten Fällen reicht es, wenn Sie nur den 220er Schruppstein auf der Glasplatte und dem Holzschleifpapier planen. Alle anderen Steine können Sie dann mit Hilfe des 220er Schruppsteins abrichten. Wie das geht, zeige ich Ihnen weiter unten. Es können aber generell alle Schärfsteine, auch die Feineren, auf der Glasplatte und dem Holzschleifpapier mit Körnung 100 abgerichtet werden. Das Schleifen erfolgt unter Zugabe von Wasser. Den entstehenden Schleifschlamm spült man regelmäßig weg.

Wasserstein mit Körnung 220 auf Abrichtblock
Den 220er Stein richte ich auf einer Glasplatte auf 100er Schleifpapier ab. Ideal ist ein Nassschleifpapier. Es funktioniert aber auch Schleifpapier für Holz.
Abrichtblock mit Glasplatte und Gummifüßen
Der Abrichtblock besteht aus einem Kantholz, welches eine Glasplatte trägt. Unter dem Kantholz sind vier Gummifüße montiert.
Glasplatte auf Abrichtblock Nahaufnahme
Die Glasplatte sorgt für eine gerade Unterlage.
Glasplatte mit Schleifpapier belegt
Die Glasplatte belege ich mit einem Holzschleifpapier mit Körnung 100.
Schnellspannzwinge hält Schleifpapier zwischen zwei Kanthölzern
Das Schleifpapier klemme ich zwischen zwei Kanthölzer, welche von einer Schnellspannzwinge gehalten werden.

Abrichten eines Abziehsteins Körnung 6000 – ein Beispiel

Im hier gezeigten Beispiel habe ich ein Hobeleisen auf einem 6000er Stein abgezogen. Bei breiten Eisen nutzt der Stein in der Mitte deutlich mehr ab als vorne und hinten.

Spiegelseite eines geschärften Hobeleisens
Scharfes Hobeleisen, welches ich auf einem Wasserstein mit 6000er Körnung abgezogen habe.
Wasserstein Schleifschlamm in Schärfsteihalterung
Wasserstein mit Schleifschlamm nach dem Abziehen des Hobeleisens.

Bevor ich den Wasserstein abrichte, wasche ich ihn ab und trockne ihn. Anschließend markiere ich den gesamten Stein mit Bleistift. Mit Hilfe dieser Bleistiftmarkierung prüfe ich während des Abrichtens, ob ich schon genug weggeschliffen habe.

Achten Sie bei der Markierung darauf, dass die Striche bis an den Steinrand durchgezogen werden. So erfassen Sie die ganze Fläche.

Wasserstein Oberfläche mit Bleistift markieren
Ich markiere die gesamte Fläche des Steins mit Bleistift, nachdem ich ihn abgewaschen und abgetrocknet habe.
mit Bleistift markierter Wasserstein
Achten Sie darauf, die Bleistiftmarkierungen bis zum Rand zu machen. Nur so können Sie die gesamte Steinfläche kontrollieren.
Wasser Zugabe auf Schleifpapier
Ich gebe vor dem Schleifen des Wassersteins Wasser auf das Schleifpapier. Das gesamte Abrichten des Schärfsteins erfolgt unter Zugabe von Wasser.
Abrichten Wasserstein auf Schleifpapier
Ich schleife den Stein auf einem Schleifpapier Körnung 100.
Bleistiftmarkierungen auf Wasserstein teilweise weggeschliffen
Vorne und hinten am Stein ist die Markierung schon weggeschliffen. So sieht man deutlich, wo der Stein hohl geschliffen wurde.
verschwindende Markierung
Langsam verschwindet die Markierung ganz.
fertig geschliffener Wasserstein
Der Stein ist wieder sauber und gerade.
Schleifpapier rollt sich ein
Das Schleifpapier rollt sich zwar ein. Es ist aber immer noch brauchbar.

Tipp: Ich kippe den Stein mit möglichst wenig Druck zur Seite weg, wenn ich ihn vom Schleifpapier abhebe. Hebt man ihn zuerst vorne an, führt das auf der noch aufliegenden hinteren Seite zu einem verstärkten Abrieb. Der Stein wird nicht gerade, sondern bekommt in der Länge eine leichte Wölbung.

Wassersteine planen, indem man sie aneinander reibt

Kleinere Unebenheiten bei feineren Steinen schleife ich weg, indem ich sie am 220er Stein reibe. Dies tue ich in einem Eimer, welcher zu einem Drittel mit Wasser gefüllt ist. Anfallender Schleifschlamm lässt sich so sofort wegwaschen. Diese Methode verwende ich während einer Schärfsession, um die Steine permanent gerade zu halten.

zwei Wassersteine werden aneinander gerieben
Ich reibe die feineren Steine an einem 220er Stein. So richte ich die feineren Steine ab. Der Abtrag am 220er Stein ist relativ gering.

Die Steine prüfen

Ob ein Stein eben ist, prüfe ich mit einem Winkel mit Hilfe der Lichtspaltmethode. Das heißt, ich setze den Winkel auf die Steinoberfläche und prüfe im Gegenlicht, ob die Kante des Winkels bereits überall aufliegt. Dies mache ich sowohl in Richtung der Längsachse des Steins als auch in Richtung der Querachse des Steins. So entdeckt man alle unebenen Stellen.

Winkel auf Japanischem Wasserstein
Prüfen des Steins parallel zur Längsachse
Winkel quer zur Achse des Wassersteins
Prüfen des Steins parallel zur Querachse

Kanten abrunden

Die Kanten japanischer Wassersteine brechen beim Schärfen relativ leicht aus. Darum liefern die Hersteller die Wassersteine mit abgefasten Kanten. Dies verhindert ein Ausbrechen der Steinkante. Durch den Abrieb während des Schärfens verschwindet diese Fase relativ schnell und sollte regelmäßig erneuert werden.

Ich mache dies, indem ich eine Rundung mit dem Radius von ca. 5 Millimetern anschleife. Dazu habe ich beim Schärfen ein Stück gebrauchtes Schleifpapier bereitliegen. Es geht jedoch auch eine gebrauchte Schleifscheibe einer Schleifmaschine. Warten Sie mit dem erneuten Abrunden der Kante nicht zu lang. Denn wird der Radius der Kante kleiner als 3 mm, steigt die Gefahr eines Ausbruchs rapide.

Ausbrüche im Wasserstein Körnung 6000
An den Kanten brechen Schärfsteine leicht aus.
scharfe Kante an Japanischem Wasserstein
Vor allem nach dem Abrichten entstehen an den Rändern der Steinoberfläche scharfe Kanten.
Kanten runden an einem Japanischen Wasserstein
Mit einem Schleifpapier schleife ich die Kanten des Wassersteins an.
gerundete Kante an einem Japanischen Wasserstein
Ich habe am Stein eine gerundete Kante mit einem ca. 5 mm großen Radius angeschliffen.

Regelmäßige Steinpflege

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Wassersteine treue Begleiter sind, wenn man sie gut pflegt. Sie arbeiten genau und schnell. Ich habe mir angewöhnt, die Steine nach Abschluss einer Schärfsession noch einmal genau zu inspizieren. Je nach Bedarf richte ich sie noch einmal ab und runde die Kanten. Beim nächsten Gebrauch kann ich dann gleich auf einsatzbereite Steine zugreifen.

Weiterführende Artikel zum Thema Schärfen von Holzbearbeitungswerkzeugen auf diesem Blog:

Weiterführende Fachliteratur:

Ein gutes Buch zum Thema Schärfen ist das „Handbuch Schärfen“ von Ron Hock. Behandelt werden verschiedene Schärfmethoden. Der Inhalt geht weit über das Themenfeld „Japanische Wassersteine“ hinaus.

Wenn Sie das Buch kaufen wollen, können Sie über untenstehenden Link die Amazon Produktseite aufrufen und darüber den Kauf tätigen. Damit unterstützen Sie unseren Blog .

Industriell hergestellte japanische Wassersteine: Vorteile und Funktion

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Vorteile industriell hergestellte japanische Wassersteine den Natursteinen gegenüber haben. Außerdem erkläre ich, wie Industriesteine aufgebaut sind und wie sie funktionieren. Zudem gebe ich am Schluss ein paar Tipps für den Einkauf japanischer Wassersteine.

Vorteile von Industriesteinen

Früher haben alle Handwerker ihre Werkzeuge auf Natursteinen geschärft. Erst in der heutigen Zeit haben wir die Wahl zwischen industriell hergestellten Schärfsteinen und solchen, welche in Steinbrüchen gewonnen werden. Ich persönlich habe mich für industriell hergestellte Wassersteine entschieden, weil sie ihren Zweck besser erfüllen und einfacher zu handhaben sind als die Natursteine:

Industriesteine  kauft man bereits in einer bestimmten Größe und Körnung. Da alle Steine gleich lang sind, kann ich sie in der gleichen selbstgebauten Schärfstein Halterung benutzen. Industriell hergestellte Wassersteine haben zudem den Vorteil, dass die aufgedruckte Korngröße im Stein gleichmäßig vorhanden ist. In Natursteinen hingegen  kann es passieren, dass plötzlich größere Körner oder Verunreinigungen auftauchen. Dadurch wird eine schön polierte Metalloberfläche wieder zerkratzt. Ihre Zusammensetzung ist nicht gleichmäßig.

Industriesteine haben je nach Körnung eine bestimmte Färbung. So muss man nicht erst lange suchen, um den Stein zu finden, den man braucht.

Schleifkorngröße aufgedruckt auf Japanischen Wasserstein
Auf industriell hergestellten Wassersteinen ist die Korngröße aufgedruckt.
Japanische Wassersteine unterschiedlich gefärbt
Manche Hersteller färben die Wassersteine je nach der Korngröße. So findet man den gesuchten Stein schneller.

Funktionsweise industriell hergestellter Wassersteine beim Schärfen

Die Schleifkörner sind bei Wassersteinen in ein Bindungsmaterial eingebettet. Dieses hält sie fest und sorgt für die Stabilität des Steins. Das Bindungsmaterial besteht aus keramischen Werkstoffen.

Das Schärfen geschieht unter ständiger Zugabe von Wasser. Während des Schärfens werden die Schleifkörner stumpf und brechen mit der Zeit aus dem Bindungsmaterial heraus. Zusammen mit Metallpartikeln und dem Bindungsmaterial bilden die stumpfen Schleifkörner einen Schleifschlamm auf der Steinoberfläche. Diesen Schleifschlamm spült man kontinuierlich mit Wasser weg. Auf diese Weise legt man ständig neue scharfe Schleifkörner frei. Dies sorgt dafür, dass der Wasserstein dauerhaft gut schleift, und dass man sehr gut vorwärts kommt.

Schleifschlamm auf Japanischem Wasserstein japanisches Hobelmesser
Während des Schärfens bildet sich ein Schleifschlamm auf der Schärfstein Oberfläche. Dieser besteht aus dem Bindungsmaterial, stumpfen Schleifkörnern und Metallpartikeln.

Harte oder weiche Bindung der Schleifkörner

Es sind Steine im Handel, welche eine weichere Bindung haben und auch solche mit einer harten Bindung. Ich verwende Steine mit einer weichen Bindung. Es gibt aber auch erfahrene Handwerker, welche Steine mit einer harten Bindung bevorzugen. Hier hat jeder Holzhandwerker seine eigene Schärfphilosophie. Bei einer weicheren Bindung brechen die Schleifkörner schneller aus, und die Steinoberfläche wird schneller erneuert. Der Nachteil dabei ist, dass die weicheren Steine schneller abnutzen.

Das Material der Schleifkörner

Die Schleifkörner bestehen aus extrem harten Materialien wie Aluminiumoxyd oder Siliziumkarbid. Sie kommen schon nahe an die Härte von Diamanten, welche als das härteste Material gelten. Die genaue Kombination der Schleifmittel ist bei den Herstellern der Steine jedoch ein Betriebsgeheimnis.

Tipps für den Einkauf japanischer Wassersteine

Bevor Sie große Summen ausgeben, empfehle ich Ihnen eine Einsteigerkombination, die ich selbst seit über 10 Jahren benutze. Diese Kombination besteht aus drei Steinen:

Einen Schruppstein Körnung 220 für grobe Schärfarbeiten wie das Herausschleifen von Scharten oder die Korrektur eines Schneidenwinkels. Einen Kombistein Körnung 1000/6000 zum normalen Schärfen und Abziehen. Und einen Kombistein 3000/8000 nur zum Abziehen. Diese Steine haben eine weiche Bindung. Rechnen Sie mit Kosten zwischen 130,- € und 160,- € für eine gute Einsteigerkombination.

Drei Japanische Wassersteine nebeneinander
Mit einer Einsteigerkombination aus 3 Steinen lässt sich schon sehr gut arbeiten. Sie besteht aus einem Schruppstein Körnung 220 und zwei Kombisteinen Körnung 3000/8000 und 1000/6000.

Ganz allgemein rate ich immer dazu, nur gute Qualität zu kaufen. Mit billigen Wassersteinen, die schlecht funktionieren, verlieren Sie nur Zeit! Kaufen Sie bei Händlern, welche ausschließlich Profiwerkzeug im Angebot haben. Bietet ein Händler die Möglichkeit, den Schärfstein erst einmal selbst zu testen, sollten Sie das nutzen. Oder besuchen Sie einen Schärfkurs und probieren Sie dort, was gut funktioniert. Manche großen Onlinehändler haben auch Schärfsteine mehrerer Herstellerfirmen im Angebot und beschreiben auf ihrer Webseite  die Besonderheiten der einzelnen Fabrikate.

Steingröße

Ich empfehle Wassersteine mit einer großen Fläche. 200 x 75 mm Steinfläche oder größer wäre so ein gutes Maß. So lassen sich auch breite Schneiden wie zum Beispiel Hobelmesser gut schärfen. Für viele Schärfhilfen wird ebenso mehr Steinfläche benötigt.

Europäisches Hobelmesser wird abgezogen auf Japanischem Wasserstein
Der Schärfstein sollte groß genug sein, um auch Hobelmesser darauf schärfen zu können.

Sollten Sie vor dem Kauf noch Fragen haben, schreiben Sie mir diese gerne in das Kommentarfenster unter diesem Artikel. Ich habe weitere Artikel geplant zu den Themen Schärftechnik und Schärfarbeitsplatz.

Weitere Artikel

Weiterführende Fachliteratur:

Ein gutes Buch zum Thema Schärfen ist das „Handbuch Schärfen“ von Ron Hock. Behandelt werden verschiedene Schärfmethoden. Der Inhalt geht weit über das Themenfeld „Japanische Wassersteine“ hinaus.

Wenn Sie das Buch kaufen wollen, können Sie über untenstehenden Link die Amazon Produktseite aufrufen und darüber den Kauf tätigen. Damit unterstützen Sie unseren Blog .

Wenn Sie sich für Holz-Fachbücher interessieren, werfen Sie auch mal einen Blick auf unsere Bücher-Seite.

Warum ist scharfes Werkzeug für die Holzbearbeitung so wichtig?

In diesem Artikel beantworte ich Ihnen folgende Fragen: Was passiert eigentlich, wenn wir Holz schneiden? Was bedeutet Schärfe überhaupt? Und warum ist scharfes Werkzeug für die Holzbearbeitung so wichtig?

Scharfes Werkzeug ist die Grundvoraussetzung für gute Holzbearbeitung

Sie wundern sich vielleicht über die fantastische Qualität so mancher handgemachter Möbel: passgenaue Holzverbindungen, sauber gehobelte Kanten und glatte Oberflächen. „Wie kann man nur zu so großer Meisterschaft gelangen?“ fragen Sie sich.

Ich kann heute sagen, dass ohne scharfes Werkzeug keine gute Handbearbeitung von Holz möglich ist. Für mich selbst war das auch nicht von Anfang an klar. Mein Werkzeug war zuerst nur mäßig scharf. Erst als ich begann, meine Werkzeuge von Hand auf japanischen Wassersteinen zu schärfen, wurden die Schneiden richtig scharf.

Ich musste jedoch lernen, dass es Geduld und viel Übung braucht. Ähnlich wie bei der Holzbearbeitung ist man mit dem Thema Schärfen nie ganz fertig. Das gilt sowohl für den praktischen Teil als auch für den theoretischen Hintergrund. In der Praxis lernt man, wie man das Werkzeug über den Stein bewegt. In der Theorie eignet man sich Wissen an über den Stahl, über die Qualität von Wassersteinen, über die Schneidengeometrie der Werkzeuge und über den Aufbau eines Schärf-Arbeitsplatzes.

Auch im Hartholz gelingen mit scharfen Schneiden saubere Holzverbindungen.

offene Schwalbeschwanzverbindung, 3 Zinken
Auch im Hartholz gelingen mit scharfen Schneiden saubere Holzverbindungen.
Wasserstein mit Wasser benetzt
Wassersteine saugen sich mit Wasser voll. Man sollte sie während des Schärfens ständig feucht halten.
3 europäische Hobeleisen liegen auf einer Hobelbank
Europäische Hobeleisen lassen sich ebenfalls auf Wassersteinen schärfen.

Was passiert, wenn wir Holz schneiden?

Ist die Schneide scharf, durchtrennt sie die Holzfasern. Dadurch entsteht ein sauberer Schnitt. Ist die Schneide jedoch stumpf, drückt sie die Holzfaser in Schnittrichtung weg ohne sie zu durchtrennen. Erst wenn der Druck groß genug ist, reißt die Holzfaser. Die Folge ist eine unsaubere Schnittfläche. Man sieht kleine Risse. Und wenn man mit der Hand darüberfährt, fühlt sich die Fläche rau an.

scharfes japanisches Stemmeisen schneidet Hirnholz
Mit scharfen Schneiden lassen sich saubere, ausrissfreie Flächen erzielen.

Vorteile scharfer Schneiden

Zuerst sind die sauberen Arbeitsergebnisse zu nennen. Passgenaue Holzverbindungen, sowie saubere Kanten und Flächen lassen sich nur mit scharfem Werkzeug erzielen. Zudem erleichtern scharfe Schneiden das Arbeiten. Man benötigt einfach weniger Kraft. Muss ich weniger Kraft aufwenden, kann ich mein Werkzeug besser steuern. Das erleichtert nicht nur meine Arbeit, sondern reduziert zudem noch die Unfallgefahr. Denn arbeitet man mit viel Kraft rutscht einem das Werkzeug leichter ab, und man läuft Gefahr sich zu verletzen.

Was bedeutet Schärfe?

Das Ideal von Schärfe sind zwei Flächen am Werkzeug, welche sich treffen. An dem Punkt, an dem sie sich treffen, der Schneide, findet man keinerlei Rundung. Dieser Idealzustand existiert jedoch nur in der Theorie.

In der Praxis befindet sich an den Schneiden unserer Holzbearbeitungswerkzeuge immer eine kleine Rundung. Diese sollte jedoch so klein wie möglich gehalten werden. An einem stumpfen Werkzeug findet man im Schneidenbereich eine größere Rundung, welche man manchmal sogar mit bloßem Auge erkennen kann. Man sieht dann einen hell reflektierenden Streifen im Schneidenbereich. Ziel des Schärfens ist, den Radius dieser Rundung so nahe wie möglich an Null zu bringen. Dies geschieht durch Materialabtrag.

Skizze einer stumpfen Schneide

Skizze einer scharfen Schneide

Wie kann man Schärfe anschaulich machen?

Schärfe lässt sich vergleichen mit der Konzentration von Kraft auf eine möglichst kleine Fläche. Je kleiner die Fläche, desto tiefer dringt eine Schneide bei gleichbleibender Kraft ins Material ein. Anschaulich wird dieser Sachverhalt, wenn man sich vorstellt, dass man mit Schneeschuhen im tiefen Schnee läuft. Die Schneeschuhe haben eine größere Solenfläche als unsere normalen Straßenschuhe. Deswegen sinkt man mit Schneeschuhen nur wenig ein, während man mit normalen Schuhen tief einsinken würde.

Was bedeutet schärfen?

Ein Werkzeug zu schärfen bedeutet, auf einer oder beiden sich treffenden Flächen so lange Material abzutragen, bis die Rundung an der Schneide verschwunden ist. Der Radius der Rundung an der Schneide geht dann gegen Null. Ganz Null ist in der Praxis nicht möglich und auch nicht notwendig. Wir werden in einem weiteren Artikel noch sehen, dass es ausreicht, auf japanischen Wassersteinen bis zu einer Körnung von 6000 oder 8000 zu schleifen, um eine erstklassige Schärfe zu erreichen.

Unterschied von Schärfen und Abziehen

Man unterscheidet zwischen dem Schärfen und dem Abziehen.  Beim  Schärfen geht es um den Materialabtrag. Geschärft wird dabei mit einer Körnung von 220 bis 1000. Bei Stemm- oder Hobeleisen bearbeitet man beim Schärfen nur die Fase. Auf der Metalloberfläche entstehen dabei Kratzer. Diese schleift man beim Abziehen weg. Bei Stemm- oder Hobeleisen bearbeitet man beim Abziehen sowohl die Fase als auch die Spiegelseite. Dies geschieht in mehreren Schritten beginnend mit Körnung 3000; und dann mit Körnung 6000 und 8000. Sind sowohl Fase als auch Spiegelseite bis zur Schneide hin sauber poliert, ist das Werkzeug scharf.

erklärende Skizze eines Stemm oder Hobeleisens von Seite betrachtet, Fase und Spiegelseite sind bezeichnet
Man schärft in der Regel die Fase. Erst beim Abziehen ab Körnung 3000 bearbeitet man sowohl Fase als auch Spiegelseite.
zwei Wassersteine Körnung 220 und 1000
Mit Körnung 220 bis 1000 erzielt man einen hohen Abtrag. Hier spricht man vom Schärfen.
zwei Kombi Wassersteine Körnung 1000/6000 und 3000/8000
Im Bereich Körnung 3000 bis 8000 spricht man vom Abziehen.

In weiteren Artikeln erkläre ich das Schärfen auf Japanischen Wassersteinen und deren Lagerung, Pflege und Funktion.

Artikel, welche noch interessant sind zum Thema Handbearbeitung, Schärfen  und Werkzeug:

Weiterführende Fachliteratur:

Ein gutes Buch zum Thema Schärfen ist das „Handbuch Schärfen“ von Ron Hock. Behandelt werden verschiedene Schärfmethoden. Der Inhalt geht weit über das Themenfeld „Japanische Wassersteine“ hinaus.

Wenn Sie das Buch kaufen wollen, können Sie über obenstehenden Link die Amazon Produktseite aufrufen und darüber den Kauf tätigen. Damit unterstützen Sie unseren Blog .

Japanische Wassersteine und Trockenschleifmaschinen im Vergleich

In diesem Artikel vergleiche ich japanische Wassersteine mit  Trockenschleifmaschinen. Sie erfahren, welche Unterschiede es gibt beim Schärfen von Werkzeug mit Wassersteinen im Gegensatz zum Schärfen mit Trockenschleifmaschinen. Und welche Vorteile ich in den japanischen Wassersteinen sehe.

Japanische Wassersteine

Für Arbeiten auf  kleinem Raum halte ich Wassersteine für die geeigneten Schärfmittel. Denn sie entsprechen wichtigen Anforderungen für das handwerkliche Arbeiten in der eigenen Wohnung: Sie sind geräuscharm, produzieren keinen Staub und erfordern nur wenig Lagerplatz. Auf japanischen Wassersteinen lassen sich sowohl Messer als auch Holzbearbeitungswerkzeuge schärfen. So bieten sie einen Doppelnutzen.

Japanischer Schreiner beim Schärfen eines Hobeleisens
Ein japanisches Hobeleisen…
Ein Japanisches Hobeleisen wird geschärft
…wird geschärft.
Das Schärfen auf Wassersteinen hat in Japan eine lange Tradition.
Küchenmesser aus Europa und Japan
Auch Küchenmesser lassen sich auf Wassersteinen optimal schärfen.

Japanische Wassersteine und Trockenschleifmaschinen – ein Vergleich

Handelsübliche Trockenschleifmaschinen erzeugen Lärm und Funkenflug. Wassersteine hingegen sind deutlich geräuschärmer und bilden keine Funken.

Trockenschleifmaschinen tragen verglichen mit Wassersteinen wesentlich mehr Stahl pro Schärfgang ab. Bei Wassersteinen hingegen ist der Materialabtrag gering. Ein geringerer Materialabtrag bedeutet, dass sich die Lebensdauer der Werkzeuge deutlich verlängert.

Die runden Schleifsteine der Trockenschleifmaschine hinterlassen außerdem einen Hohlschliff an der Fase von Stemm- und Hobeleisen. Schärft man jedoch auf Wassersteinen, bleibt die Fase gerade und die Schneide wird stabiler.

Die hohe Drehzahl der Trockenschleifmaschinen führt schnell zu großer Wärmeentwicklung durch Reibung. Man läuft Gefahr den Stahl zu überhitzen. Die überhitzten Bereiche verlieren ihre Festigkeit und müssen komplett weggeschliffen werden. Beim Schärfen auf Wassersteinen ist ein Überhitzen ausgeschlossen.

Trockenschleifmaschine klassische Bauart
Handelsübliche Trockenschleifmaschinen laufen mit hoher Drehzahl. Dies kann zu einem ungewollten Ausglühen der Schneiden führen.
Ein europäisches Stemmeisen ist an der Schneide ausgeglüht
Dieses Stemmeisen weist einen ausgeglühten Bereich auf, welcher sich an der dunklen Färbung erkennen lässt.

Bei hochwertigen Trockenschleifmaschinen ist die Drehzahl reduziert, was die Ausglühgefahr verringert. Doch die anderen Nachteile wie Hohlschliff und ein hoher Abtrag des Materials bleiben.

Trockenschleifmaschinen haben jedoch den Vorteil des schnelleren Arbeitens. Soll in kurzer Zeit viel weggeschliffen werden, hat man gegenüber Wassersteinen einen Zeitvorteil.

Grundausstattung mit Wassersteinen
Eine typische Grundausstattung: ein 220er Stein, ein Kombistein 1000/6000er Körnung und ein Kombistein 3000/8000er Körnung.
Die abgebildeten Steine stammen von der Firma Magma Tools aus Österreich.

Runterkommen und entschleunigen

Indem man seine Handwerkzeuge für Holz und auch seine Küchenmesser von Hand schärft, bekommt man einen tieferen persönlichen Bezug zu seinen Werkzeugen. Schärfen von Hand ist eine ruhige und geräuscharme Tätigkeit, welche mit Muskelkraft erfolgt. Man lässt die Hektik des Alltags hinter sich und gewinnt Abstand.  Schärfen auf Wassersteinen kann zu einer meditativen Übung werden. Dann sind rasiermesserscharfe Messer und Holzbearbeitungswerkzeuge schon fast nur noch  eine angenehme Zugabe.

Japanisches Stemmeisen sticht eine Ecke ab
Man fast die Ecke einer Fichtenleiste ab.
Eine saubere Fase ist entstanden
Der Schärfetest ist bestanden, wenn keine Ausrisse sichtbar sind.
Stemmeisen auf japanischem Wasserstein
Ein europäisches Stemmeisen der Marke ECE wird auf einem 6000er Stein abgezogen.

Schärfkurs in der KursWerkstatt Nürnberg

In meinem Kurs „Werkzeuge schärfen von Hand auf japanischen Wassersteinen“ lernen Sie, Ihre Werkzeuge selbst zu schärfen. Gerne können Sie auch Ihr eigenes Werkzeug zum Schärfen mitbringen.
Aktuelle Kurstermine unter www.kurswerkstatt-nuernberg.de

Weitere Artikel:

Weiterführende Fachliteratur:

Ein gutes Buch zum Thema Schärfen ist das „Handbuch Schärfen“ von Ron Hock. Behandelt werden verschiedene Schärfmethoden. Der Inhalt geht weit über das Themenfeld „Japanische Wassersteine“ hinaus.

Wenn Sie das Buch kaufen wollen, können Sie über untenstehenden Link die Amazon Produktseite aufrufen und darüber den Kauf tätigen. Damit unterstützen Sie unseren Blog .